Rupert Seidl kommt ins Moerser Schlosstheater

Ex-STM-Intendant Rupert Seidl.
Ex-STM-Intendant Rupert Seidl.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Studio liest der ehemalige STM-Intendant aus Rilkes Duineser Elegien, begleitet von Eckard Koltermann an der Klarinette.

Moers..  Rupert Seidl, von 1990 bis 1999 Intendant am Schlosstheater, kommt für ein Gastspiel zurück: „Wer saß nicht bang vor seines Herzens Vorhang? Rilkes Duineser Elegien“ ist der Abend am Sonntag, 8. Februar, 18 Uhr, übertitelt. Begleitet wird Seidl von Eckard Koltermann an der Klarinette. Seidl erfüllt sich hier einen Lebenswunsch: die zehn Elegien ungestrichen gelesen. Es wird drei Sets von jeweils etwa 30 bis 40 Minuten mit Pausen geben.

Rilke beginnt die Entwicklung seiner Duineser Elegien im Jahre 1911 auf Schloss Duino in Italien, noch unter dem Eindruck seiner Reise durch Nordafrika, auf der er sich von seinem Ringen um die Bildwelt des Christentums emanzipiert und erstmals in dessen spirituelle Gegenwelt, den Islam, eintaucht. Die zehn Texte sind 1922 vollendet. Wir lesen sie als Frage eines Dichters an sich selbst: Warum, angesichts aller Erfahrung von Trennung, Vereinsamung und Isolation weiter leben, weiter arbeiten, weiter schöpferisch sein? Und immer noch, immer weiter, immer von neuem lieben?

Das Gastspiel mit Carsten Bülow, der am kommenden Freitag Werfels „Blasphemie eines Irren” vortragen wollte, muss ausfallen.