Ruhe für gestresste Manager
07.08.2008 | 20:45 Uhr 2008-08-07T20:45:35+0200WIRTSCHAFT. Maria und Elmar Welling machen Lindenhof zum grünen Seminarzentrum. Es muss nun ins Gesamtkonzept passen.
NEUKIRCHEN-VLUYN. Zügig, wenn auch im Stillen, gedeiht das Projekt Lindenhof am Paschenweg. Doch seit Maria und Elmar Welling aus Moers den Bauernhof am Paschenweg vor zwei Jahren erwarben, hat sich einiges getan. Hunderte von Bäumen, Sträuchern und Heckenstöcken, ein Bauerngarten, ein Kräuter- und ein Staudengarten sowie eine Obstwiese wurden auf den 3,2 Hektar angepflanzt. Weitere großzügige Pflanzungen sollen folgen.
Viele Kunstobjekte, zwei Insekten-Hotels und eine Teich-Anlage mit drei Wasserflächen und Springbrunnen entstanden darüber hinaus. Natur und Kunst - so der Titel der Anlage. Fern der Stadt werden dort ab nächstem Jahr stressgeplagte Manager und andere Zielgruppen neue Kräfte tanken, Teamgefühl aufbauen und frische Ideen entwickeln.
Der Bauernhof soll, wie Elmar Welling erklärt, noch umgebaut und mit einem weiteren Gebäude zum typischen Dreieckshof erweitert werden und so den Charakter eines landschaftsprägenden Denkmals erhalten. "Das Bebauungsplanverfahren läuft", erklärt der Repelener Hotelier und auch alle erforderlichen Gutachten lauteten positiv.
Einige Inhalte jetzt verändern
Allerdings werden sich jetzt einige Inhalte verändern, denn kürzlich erwarben Wellings auch das Parkhotel Niederrhein in Kamp-Lintfort (wir berichteten). Vor zwei Tagen gab es deshalb ein Gespräch mit dem Ersten und Technischen Beigeordneten Ralf Eccarius im Rathaus Neukirchen. "Das war nicht geplant. Der Kauf war eine relativ kurzfristige Entscheidung", erklärt Elmar Welling.
Die drei Objekte Wellings - das Hotel Zur Linde in Repelen, das Seminarzentrum Lindenhof Neukirchen und das Parkhotel in Lintfort werden nun inhaltlich, räumlich und gestalterisch aufeinander abgestimmt. "Während die Linde mit ihrem Landhaus-Charakter eher kleinteiliger gegliedert ist, gibt es in Lintfort größere Räumlichkeiten." Was auch Möglichkeiten für größere Veranstaltungen biete. Viel Zeit verbringt der Chef augenblicklich mit der Gestaltung. Welling schwebt eine Einrichtung im eleganten, sachlich-schicken High-Class-Stil vor. Weshalb auch das Projekt Lindenhof derzeit keine Priorität habe.
Pflanzungen müssen erst wachsen
"Die Natur muss sich dort ohnehin erst entwickeln. Das wird einige Jahre dauern. Nächstes Jahr können wir erste Seminare ausrichten und interessante Outdoor-Aktivitäten anbieten." Was beispielsweise vom Bogenschießen über Fackelzüge bis zum ostfriesischen Bosseln reichen könne.
Ein Familienbetrieb mit zwei großen Hotels und einem weitläufigen Seminarzentrum, das ist nicht wenig... "Stimmt, aber wir sind Triebtäter. Wir wollen für unsere Gäste optimale Leistung bringen. Da macht das Parkhotel durchaus Sinn. Wir sehen das Projekt weniger als Investition."
Angepeilt sei die Klassifizierung vier Sterne Superieur, was etwa fünf Sternen entspreche. Der Hotelier und Geschäftsmann kennt auch das Vorurteil, Lintfort sei eine weniger gute Lage für ein Hotel: "Das ist ein Irrglaube. Ein wirklich gutes Hotel schafft sich einen Markt, egal, wo es liegt."
Elmar und Maria Welling stammen aus dem Hotelfach und sind beide Betriebswirte. 1984 kamen sie als Pächter in die Linde. Rund 60 Restaurantplätze gab es damals. 1996 kauften sie das Haus und erweiterten es schrittweise. 100 Mitarbeiter sind im Haus aktiv. Etwa 19 000 Hotelgäste kommen im Jahr. 1300 Tagungen und 800 Familienbankette gibt es in Wellings Hotel Zur Linde. (Hm.)
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