Riesige Rathaus-Sause

Architektonisch ein Zückerchen...  Foto: Ulla Michels
Architektonisch ein Zückerchen... Foto: Ulla Michels
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Freitag uns Samstag (23/24. März) wird mit großem Rahmenprogramm und vielen Gästen feierlich eröffnet.

Moers.. Natürlich ist die Geschichte dieses Rathauses länger und schon vor der offiziellen Eröffnung deutlich bewegter als die Bauzeit. Quasi zum Auftakt scheiterte ein erstes Moerser Bürgerbegehren mit tausenden von Unterschriften gegen den Abriss der Bibliothek aus formalen Gründen. Und jetzt wird es noch 23 Jahre lang dauern, bis Moers vom Mieter zum Eigentümer der Immobilien Bildungszentrum und Rathaus wird. Gestern freuten sich die PPP-Partner Hochtief und Stadtverwaltung nicht ohne Stolz über die schnelle Fertigstellung und versprachen für die offizielle Eröffnung am Freitag eine Riesensause.

Sichtlich zufrieden ist Projektleiter Rainer Knauff. Streng genommen ist das Mega-Projekt ja bereits vor einem Jahr in die erste Runde gestartet mit der Eröffnung des Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrums. Architektonisch fast noch spannender ist aber die Verschmelzung des denkmalgeschützten Alten Rathauses mit den hochmodernen neuen Trakten, und das ist sogar drei Monate vor Termin gelungen. Weshalb, wie Knauff sagt, unter anderem Kosten für Mieteinlagerungen eingespart werden konnten. Was bei Gesamtkosten von 150 Millionen Euro (inklusive Bildungszentrum) nicht so richtig ins Gewicht fallen dürfte. Damit abgedeckt sind unter anderem Instandhaltung, Reinigung, Pflege, Finanzierungs- und Energiekosten für die nächsten 23 Jahre, dann soll die Stadt Moers ein gepflegtes Gebäude in gutem technischem Zustand übernehmen. Ähnliche Projekte hat Hochtief bereits beim Rathaus Gladbeck umgesetzt, im britischen Wigan entsteht nach gleichem Modell ein Bürgerzentrum.

Viel Geld bliebin der Region

Related content Erfreulich: Von den 121 Auftragsvergaben rund um das Projekt Rathaus blieben 80 Prozent in NRW, und davon nochmal 80 Prozent in der näheren Umgebung. Heißt, so rechnet Knauff, dass etwa 25 Millionen Euro Auftragsvolumen an den regionalen Mittelstand geflossen sind. Für die Stadt Moers wird eine monatliche Rate von etwa 500 000 Euro fällig, davon allein 355 000 Euro für das Rathaus. Der Anteil der stets unberechenbaren Energiekosten macht hier 80 000 Euro aus.

Am Freitag wird erstmal gefeiert, die Sause geht bis Samstag. Um 13.30 Uhr begrüßt Bürgermeister Norbert Ballhaus die vielen Gäste, die Festansprache hält dann Innenminister Ralf Jäger. Den musikalischen Rahmen gestalten die Moerser Blechbläser, das Bläserquintett der Moerser Musikschule sowie der „Bürgerchor“ des Schlosstheaters.

Daneben gibt’s am Freitag von 14.30 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 16 Uhr jede Menge Programm. Es soll ein Angebot für die ganze Familie werden. Besichtigungen sind möglich, auf eigene Faust oder geführt, Themenführungen (Barrierefreiheit/ Denkmalschutz) werden angeboten, Foto- und Videovorführungen. Außerdem zeigt die Feuerwehr ihre Fahrzeuge, auf dem Rasen lockt das Spielmobil, es gibt Infos zur Graben- und Wallanlage und Aktionen des Musenhofs. Außerdem und nur am Samstag: Ab 11 Uhr startet ein „Slow-Bike-Contest“.

Das Bühnenprogramm überzeugt mit Musikalischem aus Moers. Dabei unter anderen die „Witches of Pitches“, die Nachwuchsband „Macaba“ und als Höhepunkt am Freitag die Moerser Allstars.