Rheurdter Wähler sind spitze
07.08.2009 | 09:00 Uhr 2009-08-07T09:00:00+0200
Die Wahlbeteiligung im Ökodorf ist traditionell spitze. Sie liegt deutlich über der Beteiligung in anderen Kommunen des Kreises Kleve. Dies gilt für alle Wahlen. Auch landesweit sind die Rheurdter Wähler im Vergleich vorbildlich.
Rheurdt. Sind die Rheurdter Demokraten bis in die Knochen oder einfach nur pflichtbewusst? So viel steht fest: „Bei jeder Wahl ist die Beteiligung des Ökodorfes vorbildlich”, weiß Pressesprecher Eduard Großkämper beim Kreis Kleve. Und dies sogar landesweit. So seien bei der jüngsten Europawahl 51,58 Prozent der Stimmberechtigten zur Urne gegangen. Ein Wert, der Rheurdt wieder einmal in die Spitzengruppe des Landes katapultierte.
„Die Leute hier interessieren sich für Politik und für die Politiker, die sie vertreten”, so ein Erlärungsversuch von Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen. Er sehe das an sich selbst: „Ich tue nichts anderes, als Gespräche zu führen.”
In Vereinen
Und die Rheurdter täten dies auch, in Vereinen, Nachbarschaften, an Stammtischen würden die Dinge der aktuellen Gemeindepolitik durchgekaut.
„Die Ausweisung von Baugebieten beispielsweise. Da will die SPD ein Wachstum von jetzt 6000 auf 8000 Einwohner. Andere Fraktionen im Rat sind vorsichtig und sehen nur eine langsame Erweiterung der Gemeinde als verträglich an. Sowas wird munter diskutiert.”
Fast jeder im Ort kenne die Politiker, die ihre Wahlbezirke vertreten. „Sie müssen sich schon rechtfertigen. Was habt ihr denn da gemacht, heißt es öfters.” So bei den Beitragssätzen für den Straßenbau. „Neuerdings zahlen Anlieger von reinen Wohnstraßen mehr als Anwohner von Durchgangsstraßen, die ja auch von vielen anderen Bürgern genutzt werden. Wir fanden das gerechter als einen Einheitssatz.” Auch solches werde thematisiert.
Gesichter bekannt
Gewählt würden aber auch die Gesichter der Politik vor Ort. Denn sie seien eben bekannt. Dem einen wolle man vertrauen, dem anderen eher nicht. Bei der Europawahl könne auch der Bekanntheitsgrad von Karl-Heinz Florenz aus dem benachbarten Neukirchen-Vluyn eine Rolle gespielt haben. „Und außerdem ist er ja noch Landwirt.”
Seine Spitzenposition hält das Ökodorf aber auch bei den Bundestagswahlen. Mit 86,62 Prozent verwiesen die Rheurdter im Jahr 2000 erneut alle anderen Kommunen auf die Plätze. Nur Issum konnte den Rheurdter Demokraten mit 86 Prozent noch knapp das Wasser reichen. Ähnliches gilt für Landtagswahlen und Landratswahlen. Traditionelles Schlusslicht im Kreis Kleve ist die Stadt Kleve. Dort gehen laut Statistik am wenigsten Bürger an die Urne.
Damit die Rheurdter nicht hochmütig werden, weiß Großkämper noch von einer Ortschaft „hinter den sieben Bergen” zu berichten, die alles in den Schatten stellt. „Es gibt da den Ort Kleinkevelaer, der allerdings zu Kevelaer gehört.” In der Bauernschaft verzeichne man stets sage und schreibe 98 Prozent Wahlbeteiligung. „Dort leben etwa 100 Wahlberechtigte. Und die gehen alle sonntags nach der Kirche wählen.”
18:17
Rheurdt ist Spitze in der Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl! In kleinen Gemeinden mit einem solch hohen Anteil an Subventionsempfängern aus der EU, an denen neben den direkten Empfängern, Familien hängen, die alle Subventionsmöglichkeiten ausschöpfen können, die also Europa für sich entdeckt haben, ist ein Wahlbeteiligung selbstredend eine andere, als die in einer Großstadt, die maximal irgendwann etwas von Subventionen gehört haben! Also nicht davon profitieren - genau gesagt, die Subventionen bezahlen!