Rheurdt zelebriert den Kleenfastelovend
12.02.2012 | 17:45 Uhr 2012-02-12T17:45:00+0100
Rheurdt. In der Rheurdter Turnhalle trafen sich die Karnevalsverein. Es war gerappelt voll. Bei dem gewohnt bunten und handgemachten närrischen Programm blieb kein Auge trocken.
Bereits zum 15. Mal feiert man in der kleinen Gemeinde Rheurdt den „Kleenfastelovend“, zu Hochdeutsch Kleinkarneval. Weil die Turnhalle nur knapp 200 Leute fasst, luden die Jecken Freitag- und Samstagabend ein.
Jedoch war an diesem Abend etwas anders als in den vergangenen Jahren: Der standesgemäße Moderator Klaus Kleinenkuhnen, im Nebenjob Bürgermeister von Rheurdt, musste aus familiären Gründen passen. Also war sein Ko-Kommentator Andreas Prokopp gefordert, einen Mitstreiter zu finden. Der entschied sich für eine attraktive, mollige und rothaarige Dorfschönheit, die im schulterfreien schwarzen Hosenanzug mit durchs Programm führte. Ihr Name? Dirk Kettelers. „Die tiefe Stimme habe ich, weil ich seit einiger Zeit nicht mehr rauche, sie wird immer tiefer.“
Einungeplanter Gag
Nach dem Einmarsch des Spielmannszuges und dem Tanz der Funkengarde war die Bütt frei für Manfred Schwarzmann als „Dä doofe Män“. Er erzählte in seiner gefühlt 100sten Büttenrede von einem Busausflug in die Berge und anderen Erlebnissen mit einem jungvermählten Paar. Er verriet so einige Tricks, wie man sich den Ehealltag passend machen kann.
Als Dank gibt es im Rheurdt keine Orden, sondern ein Schnäpsken aus dem Korb.
Neun Damen vom Turnverein mühten sich mit Gehhilfen und Krückstöcken auf die Bühne: „Rock am Stock“. Veronika Hoffmann ließ schon bald ihre Gehhilfe in der Ecke stehen und wirbelte zu Cancan und Melodien aus „Carmen“ über das Parkett. Bei „Rock around the Clock“ wurden alle wach und es begann „Rock am Stock“. Die erste Rakete war fällig und der Saal bebte.
Eine Büttenrede ohne Worte zelebrierten Tekla Welfens und Angelika Leurs. Die vornehme Dame und das Landei warten auf den Zug. Was die Dame tat, ahmte das Landei nach. Als Kosmetik-Spiegel nahm sie einen Topfdeckel, anstelle von Rouge benutzte sie Marmelade. Im Publikum kullerten die Tränen.
Bei den inzwischen im Dorf schon berühmten Bänkelsängern streikte die Technik, stets fielen andere Mikros aus, ein ungeplanter Gag, der intensiv kommentiert wurde. Sie nahmen die Geschehnisse des letzten Jahres auf die Schippe und sangen vom Schwimmverein und seinen Erfolgen, Parkplatzproblemen im Öko-Dorf und der geschlossenen Grundschule, aus der man ein Kino machen könne.
Musik ist ein Stimmungsgarant, das wissen auch die jungen Aktiven der Feuerwehr, die mit einer Playback-Show begeistern konnten.
Etwas ganz Besonderes hatten sich schließlich acht Damen als die „Flotten Feuerfeger“ ausgedacht: Eine Neonshow! Dunkle Bühne, dunkle Gestalten, Neonlicht an, und es tanzten acht Strauße vor schwarzem Hintergrund. Ein phantastisches Bild, dazu noch witzig und ulkig dargeboten.
Die Hip-Hop Tanzschule aus Kamp-Lintfort, übrigens der einzige „Fremdeinkauf“ des Abends, sorgte mit tollen Rhythmen und wibbeligen Tänzen für Begeisterung.
Die Feuerwehr hatte an diesem Abend viele Aufgaben. Acht stramme Brandschützer bildeten das finale „Männerballett“, als hellenische Götter gekleidet tanzten sie zu Sirtaki und anderen griechischen Melodien, natürlich nicht ohne einen Regenschirm mit Euro-Zeichen, dem berühmten „Rettungs-Schirm“.
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