Reiner Michalke bleibt Leiter des Moers Festivals
07.07.2010 | 22:03 Uhr 2010-07-07T22:03:00+0200
Moers.Gute Nachrichten für die Moerser Kultur: Reiner Michalke bleibt künstlerischer Leiter des Moers Festivals. Gleichzeitig wurde bekannt, dass deutlich höhere Zuschüsse des Landes für Festival und Schlosstheater unter Dach und Fach sind.
Und Theaterchef Ulrich Greb wird dem Vernehmen nach anstelle von Ralf Worgul neuer Geschäftsführer der Kultur GmbH. Helmut Ey (SPD) sorgte am Ende der Aufsichtsratssitzung am Mittwochabend für einen Paukenschlag: Er legte sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder.
Der Aufsichtsrat der Kultur GmbH, die das Moers Festival veranstaltet, hatte zuvor den Vertrag mit dem künstlerischen Leiter Reiner Michalke um drei Jahre und einer Option um zwei weitere Jahre verlängert. Damit endet die monatelange Diskussion um die Zukunft der Großveranstaltung in Zeiten leerer Kassen. Der Zuschuss der Stadt von derzeit rund 700 000 Euro muss gesenkt werden. Der Aufsichtsrat einigte sich mit Michalke, der die Leitung des Festivals vor fünf Jahren übernommen hatte, nun auf die bereits mehrfach diskutierte Möglichkeit, das Festival künftig um einen Tag zu kürzen und auf diese Weise Geld zu sparen. Reiner Michalke selbst soll dann am Pfingstmontag ein Konzert – etwa mit einem zugkräftigen Jazz-Musiker – im Musikzelt auf die Beine stellen, das sich ausschließlich durch den Verkauf nicht-subventionierter Eintrittskarten finanziert. Dies soll aber nur eine von mehreren Optionen sein, den Zuschuss zu kürzen.
Hohes Programmniveau halten
„Ich bin sehr erleichtert und erfreut, dass jetzt die Voraussetzungen geschaffen sind, den erfolgreichen Weg, den wir gemeinsam mit Reiner Michalke begonnen haben, fortsetzen zu können. Mit ihm werden wir das hohe Programmniveau erhalten“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Carmen Weist im Anschluss an die Sitzung. Ganz offensichtlich ist die Entscheidung aber alles andere als harmonisch zustande gekommen. SPD-Vertreter Helmut Ey war ursprünglich gegen die Vertragsverlängerung und stimmte offenbar aus Parteiraison zu. Danach trat er von seinem Aufsichtsratsmandat zurück.
Doch Michalke ist nicht die einzige Personalie, über die der Aufsichtsrat sprach. Der Geschäftsführer der Kultur GmbH, Ralf Worgul, legt sein Amt zum Ende des Jahres nieder. Er will sich dann auf seinen Hauptberuf in der städtischen Kämmerei konzentrieren. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete, soll der Intendant des Moerser Schlosstheaters, Ulrich Greb, Nachfolger von Worgul werden.
Unterdessen brachten Kulturdezernent Hans-Gerd Rötters und Ulrich Greb frohe Kunde von der Landesregierung mit. Bei einem Besuch in Düsseldorf gab ihnen die Kulturabteilung der NRW-Staatskanzlei eine feste Zusage für die Verdopplung des Zuschusses zum Moers Festival auf 50 000 Euro ab 2011. Gleichzeitig erhöht die Landesregierung ihren Mindestzuschuss für das Schlosstheater (STM) von 106 000 auf 150 000 Euro. Darüber hinaus steigert sie die Förderung für die Arbeit des STM mit Jugendlichen („Theaterwerkstatt“) von 40 000 auf 50 000 Euro – und zwar nicht mehr als Projektzuschuss, sondern als stetige Förderung. Der Leiter der Theaterwerkstatt, Holger Runge, bekommt deshalb ab sofort einen unbefristeten Arbeitsvertrag.
„Wir haben nun gute Aussichten, die Finanzkrise zu meistern“, sagte Intendant Ulrich Greb auf Anfrage der Redaktion. Nachdem das STM gezeigt habe, dass es zum Sparen bereit sei, habe sich die Politik prinzipiell zum Theater bekannt. „Genau dieses Bekenntnis hat man in Düsseldorf abgewartet“, so Greb.
Moers braucht dieses Theater
Die höhere Förderung durch Düsseldorf ermögliche ihm die Bildung von Rücklagen, um die Tariferhöhungen der nächsten Jahre tatsächlich aus dem eigenen Budget zu bezahlen. Ulrich Greb: „Ich bin sehr glücklich, dass die Landesregierung unsere Arbeit auf diese Weise würdigt und dass sie damit das Zeichen setzt: Moers braucht dieses Theater.“
20:04
@13 die Aufsichtsratmitglieder haben gut reden, die sollen mal Überlegen, woher das Geld kommt, die Stadt ist Pleite, da kann man nicht einfach 700000 aus Steuergeldern Verbrennen, solch eine Veranstaltung soll ja sein, diese soll sich aber auch selbst Finanzieren oder Gesponsert werden, Das Festival muß nicht beendet werden, es müssen neue Einnahmequellen her!
08:05
An 8 und 9 die wesentlichen Festivalkosten (Gage, Hotel, Technik etc.) können nur wenig beeinflusst werden, und wenn dann überwiegend vom künstlerischen Leiter.
Erlöse (Einnahmen Ticketverkäufe oder z.B. Händlermarkt) sind dagegen beeinflussbar.
Wenn man sich daher über einen Zuschuss von 700.000,00 EUR aufregt, muss man dem Geschäftsführer den Auftrag geben, das Festival zu beenden.
Dagegen wurde im Aufsichtsrat der Vertrag verlängert.
22:58
habuko - gratulieren sie mal nicht allen hobbypolitikern! Ein grosser teil war nicht dafür, aber das ist ja wieder ganz geheim!
22:40
Da kann man unseren lieben Moerser Hobbypolitikern ja wieder nur herzlich gratulieren zu dieser grenzenlosen Unverschämtheit. Da werden den zahlreichen Moerser Vereinen und Institutionen die Zuschüsse gekürzt - teilweise mit erheblichen Auswirkungen - und da wird der künstlerische Leiter mit einem Rentenvertrag ausgestattet. Was ist denn wenn die aus Steuergeldern finanzierten Landeszuschüsse von Frau Kraft nicht mehr fließen? Dürfen wir uns dann wieder auf eine erhebliche Abfindung gefasst machen. Herr Greb dürfte der Aufsteiger des Monats sein. Erst kurz vor dem Aus und nun der große starke Kulturmacher. Armes Moers. QUO VADIS.
21:59
@8 bei 700000€uschuß durch die Stadt wird Geld Verbrannt! Warum kann das denn nicht sein?
21:57
@8 Elfe, ich sag nur 700000€ Zuschuß durch die Stadt, wird da kein Geld Verbrannt?
21:28
an 7 wie soll man denn bei einem Jazz Festival Geld verbrennen?? Überhöhte Gagenzahlungen kann ich mir hier vorstellen. Bitte nicht über etwas erzählen, was nicht sein kann.
18:32
Michalke wird es richten, das gute daran ist, Worgul ist endlich raus, der war eh für aber auch gar nichts zu gebrauchen, hat Geld ohne ende Verbrannt. Der Anfang ist gemacht!, weiter so für Moers
16:19
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12:06
Ob es gut aufgestellt ist, ist eine subjektive Meinung und die Zukunftsfähigkeit misst man an Besucherzahlen. Dazu müsste es aber aus seiner Nische geführt werden.