Regenrückhaltebecken sind unverzichtbar

Das Regenrückhaltebecken in der Richard-Löchel-Straße in Moers.
Das Regenrückhaltebecken in der Richard-Löchel-Straße in Moers.
Foto: FUNKE Foto Services

Moers..  Man sieht sie nicht, aber sie sind da und übernehmen wichtige Aufgaben, wenn die Regenmassen wieder einmal die Kapazität der Kanäle übersteigen: Die Regenrückhaltebecken sind für die Ingenieure der Enni Stadt und Service ein unverzichtbarer Teil des Abwassernetzes. Als kürzlich ein Bus an der Hufeisenkreuzung ausbrannte und sich das Löschwasser samt Löschschaum in eines der acht Rückhaltebecken der Stadt ergoss, wurde einmal mehr ihre Notwendigkeit unter Beweis gestellt. Die Redaktion besichtigte das Becken an der Richard-Löchel-Straße im Gewerbegebiet Hüsldonk.

Es ist das größte im Stadtgebiet mit einem Fassungsvermögen von 339 Kubikmetern. Alles, was an Regenwasser in den Gullys landet, kommt zwangsläufig dort an – und auch alles, was mit dem Regenwasser in den Kanal gespült wird. Sollte es auch zu einem Ölaustritt an einem Fahrzeug kommen, so fließt das Wasser samt Ölfilm nicht sofort in den Hülsdonker Flutgraben und gelangt somit in die Umwelt, sondern landet im Regenrückhaltebecken. Dort wird der Ölfilm von der Wasseroberfläche genommen, die Stoffe werden später entsorgt.

Abteilungsleiter Siegfried Rupprecht und Ingenieur Knut Wiesten erläuterten die Konstruktion der teils unter der Erde liegenden Regenrückhaltebecken. Sie sind für die Wassermassen ausgelegt, die bei einem normalen starken Regen zu erwarten sind. So genannte „Jahrhundertereignisse“, also kaum vorhersehbare Regenmengen, können sie jedoch nicht aufnehmen; allerdings werden die Niederschlagsmengen in regelmäßigen Abständen erfasst und beim Bau neuer Anlagen berücksichtigt.

Wasser ist ein Lebensmittel

Wasser ist für die beiden Enni-Ingenieure nicht nur gewissermaßen ein Betriebsmittel, sondern viel mehr: „Deutschland ist das einzige Land auf der Erde, in dem Wasser ein Lebensmittel ist.“ Das, was im Bad und in der Küche aus dem Hahn fließt, kann unbedenklich getrunken werden. Daher setzten sie alles daran, für die Umwelt schädliche Stoffe erst gar nicht ins Grundwasser kommen zu lassen.

Umso unverständlicher ist es für die Experten, dass die Menschen via Toilette alles mögliche in die Kläranlagen befördern, was dort beim besten Willen nicht hineingehört – vom Frittierfett bis hin zu kompletten Babywindeln.