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Rechenzentrum ist für die Wahl gerüstet

29.08.2009 | 11:13 Uhr

Kamp-Lintfort. Wenn am Sonntagabend die Wahllokale geschlossen haben, laufen im Kommunalen Rechenzentrum (KRZN) sämtliche Auszählungsergebnisse aus den 43 angeschlossenen Kommunen sowie den Rechenzentren Siegen und Iserlohn zusammen.

„Für uns beginnt der Wahlabend teilweise schon ganz früh”, sagt Mark Holzhauer. Spätestens ab dem frühen Nachmittag seien, so der Diplominformatiker, rund 45 Mitarbeiter und einige externe Kräfte in Bereitschaft.

Da werde schon der Dialog mit den Städten und Gemeinden geführt. Holzhauer: „Um 18 Uhr sind alle hellwach. Da gucken wir gespannt auf die Bildschirme.” Die aktuellen Wahlergebnisse werden dann in den Wahlämtern vor Ort in die vorgegebenen Übersichten eingetragen. Im KRZN stehen auch Vertreter von IBM und T-Systems bereit für den Fall, dass ein Rechner schwächelt. „Wir haben am Wahlabend Lastspitzen, die im normalen Geschäft nicht vorkommen”, erklärt Geschäftsführer Jonas Fischer den Grund für diese Vorsichtsmaßnahme.

Gerne denkt Mark Holzhauer an die Europawahl zurück, die so schnell wie noch nie durchgelaufen sei. Bereits um 20.45 Uhr konnte der Leiter des Servicebereichs Personen den Heimweg antreten. Ende der 80-er Jahre entwickelte das KRZN eine eigene Software für alle Schritte von der Vor- bis zur Nachbereitung der Wahlen.

Ursprünglich mussten sich die Kommunen noch eine zusätzliche Software zulegen und die damit ermittelten Daten dann einspeisen. Das ist jetzt nicht mehr erforderlich, da sie, wie Holzhauer stolz bemerkt, seit 2002 voll integriert sind. Für den praktischen Umgang mit der angebotenen „superschnellen” Software bietet das Rechenzentrum Schulungen für Verwaltungsmitarbeiter an. Auch hält es die Kundschaft über eine spezielle Infopost auf dem Laufenden.

Gute Ideen aus dem Arbeitskreis

Eigens für Wahlen gibt's auch einen Arbeitskreis, in dem schon so manche Idee geboren wurde, um welche Module die Software noch erweitert werden sollte, um die Verfahren noch bürgerfreundlicher zu gestalten. So können mittlerweile Briefwahlscheine per Internet beantragt werden. Und der Wahllokalfinder zeigt nicht nur den Standort und die umliegenden Bushaltestellen an, sondern verrät auch, ob das Ziel barrierefrei ist.

Um unangenehme Überraschungen am Wahlabend zu vermeiden, führt das Rechenzentrum Testwahlen durch. Dabei werden – gewissermaßen als Generalprobe – die einzelnen Schritte mit den Verwaltungen durchgespielt. Holzhauer: „Außerdem testen wir uns laufend selbst über Internet-Prüfungen.” Unlängst führte er noch einen Volltest durch, bei dem der Fachmann die vorhandene Technik bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit führte. Schließlich soll's diesmal – anders als 2004 – auch mit der Ergebnispräsentation klappen.

Ulrich Ernenputsch

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