Rayener beklagen sich über viel Verkehr auf der L474

Ortsdurchfahrt Rayen.
Ortsdurchfahrt Rayen.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Die Lastwagen knattern Tag und Nacht durch den Ort, sagt eine Anwohnerin. Durch die Sperrung der A40-Brücke habe der Lkw-Verkehr noch mehr zugenommen.

Neukirchen-Vluyn..  Für Anke Hennemann ist klar: In Rayen muss etwas passieren. „Die Rayener Bürger sind ohnehin schon belastet“, sagt sie, angefangen beim Eyller Berg, dem „Giftberg“, wie sie sagt, bis zur dauerhaften Belastung durch den Durchgangsverkehr.

Mit der einseitigen Sperrung der A40-Brücke bei Duisburg-Neuenkamp in Richtung Essen habe der Lastwagenverkehr noch zugenommen, klagt sie. „Das ist für Rayen wirklich eine unheimliche Belastung.“ Einer der Nachbarn habe sogar schon sein Haus verkauft, weiß Anke Hennemann zu berichten.

Ihren Unmut und den einiger Nachbarn hat sie nun auch über das soziale Netzwerk Facebook mitgeteilt und dort unter anderem Fotos von abgefahrenen Pfosten an der L474 hochgeladen. Die Laster würden dieselben abfahren, weil die Straße zu eng sei, schreibt sie.

Unterschriften sammeln

„Wir überlegen jetzt, eine Bürgerinitiative zu gründen“, kündigt die verärgerte Bürgerin an. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, Unterschriften zu sammeln, um die Wünsche und Forderungen in ein Gesamtpaket zu kleiden. Die Wünsche sind klar: unter anderem Tempo-30 innerorts, die Fortführung der B528, eine komplette Aufhebung bestehender Parkverbote, damit abgestellte Fahrzeuge als Hindernisse durchbrausende Laster ausbremsen. Und bestenfalls ein Nachtfahrverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen auf der L474.

Die letztgenannte Idee hält der Technische Beigeordnete der Stadt, Ulrich Geilmann, allerdings für wenig durchführbar. „Ich wüsste nicht, wie man das umsetzen soll“, sagte Geilmann auf Nachfrage der Redaktion. Die anderen Aspekte werde er aber gerne in einem nächsten Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW ansprechen. Ein solches ist ohnehin zeitnah terminiert. „Wir als Kommune können da moderieren“, erklärt Ulrich Geilmann. Denn: Straßenbaulastträger ist der Landesbetrieb. Da es sich um eine überörtliche Straße handelt, trifft der Landesbetrieb letztlich die Entscheidung.

„Wir haben schon mehrmals Kontakt gehabt“, sagt Ordnungsdezernent Jörg Geulmann mit Blick auf den Wunsch eines Tempolimits. Der Landesbetrieb habe jedoch immer negative Signale gegeben, dass eine Notwendigkeit nicht bestehe. Inwiefern die aktuelle Verkehrszählung weitere Aufschlüsse über die Belastung geben kann, ist unklar. Bei der landesweiten Verkehrszählung 2015 ist für Rayen keine Zählstelle vorgesehen, hieß es auf Nachfrage vom damit beauftragten Ingenieurbüro.