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Produktiver Kirmes-Ärger

06.02.2010 | 09:00 Uhr

Was für ein Zirkus um die Kirmes. Und doch: Der Streit um die Gebührenerhöhung und die Nutzung des Altmarktes hat ein Gutes. Denn er nimmt alle Interessengruppen in die Pflicht, Qualität und Ökonomie zu beweisen. Sie haben sich selbst ins Schaufenster der Öffentlichkeit gestellt.

Die Schausteller vorweg: Die Verwaltung hat kurzfristig gar keine andere Wahl, als das Defizit mit einer Gebührenerhöhung auszugleichen. SPD-Fraktionschef Karl-Heinz Reimann bemühte das Bild einer Uhr, deren Takt sich ab Mittwoch, dem Tag der Haushaltsoffenbarung, ändert. Damit ist alles gesagt. Aber nicht jeder hat's verstanden. Während etwa Schausteller Edling über einen Vertrauensbruch schwadronierte und auf hohem Niveau jammerte, versuchte es Kollege Aberfeld zumindest mit einem Kompromiss. Gestaffelte Erhöhung, längere Zahlungsfrist – das fiel zunächst durch. Doch Mitleid ist fehl am Platze, die Kirmes bleibt ein gutes Geschäft.

Nachvollziehbar ist da eher der Vorwurf der Ungleichbehandlung. Während die Schausteller die Gebührenerhöhung stemmen, aus der auch die Werbung für die Kirmes finanziert wird, fällt für die Altmarkt-Wirte die wesentlich geringere Sondernutzungsgebühr an. Die Wirte sind nun in der doppelten Pflicht, das Vertrauen mit einem attraktiven Bühnenprogramm zu danken – über die volle Distanz. Davon würden am Ende auch die Schausteller profitieren. Rosinenpickerei schürt berechtigten Ärger und Missgunst.

Letztendlich muss die Verwaltung moderieren und kontrollieren. Auch sich selbst. Wer sparen will, muss auch sein Konzept auf den Prüfstand stellen.

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