Das aktuelle Wetter Moers 12°C
Nachrichten aus Moers...

Prekäre Situation auf der Bühne

10.04.2008 | 19:17 Uhr

THEATER. "Die Schauspieler" von Einar Schleef, eine Koproduktion mit dem Ringlokschuppen Mülheim, kommt nach Moers.

MOERS. In Einar Schleefs Stück "Die Schauspieler" bereitet sich eine Gruppe von Schauspielern auf die Inszenierung von Maxim Gorkis "Nachtasyl" vor. Um die Armen auf der Bühne besonders realistisch darstellen zu können, besuchen sie ein Nachtasyl. Ein Debakel. "Was sie nachspielen wollen, müssen sie am eigenen Körper erleben, bis hin zur Vergewaltigung einer Schauspielerin", sagt Alexander Kerlin, der das Stück mit Mirjam Schmuck und Schlosstheater-Dramaturg Fabian Lettow inszeniert hat.

Es ist die erste Koproduktion zwischen Moers und dem Ringlokschuppen in Mülheim, einem der renommiertesten freien Theater in NRW. Inhaltlich berühren sich die Reihen "Prekäre Situationen" (Mülheim) und "Vorsicht Armut" (Moers) stark. Finanzielle Unterstützung kam von der NRW-Staatskanzlei, die die Zusammenarbeit von Stadttheatern und freien Bühnen fördert.

Nachdem "Die Schauspieler" am 28. März in Mülheim Premiere hatten, kommt das Stück am Freitag, 18. April, um 19.30 Uhr in die Theaterhalle am Solimare.

"Fulminantes Ergebnis"

Kerlin, Schmuck und Lettow, die sich aus Studienzeiten in Bochum kennen, haben am Ringlokschuppen bereits vier Projekte erarbeitet. Zehn Wochen lang wurde mit 28 Darstellern für "Die Schauspieler" geprobt. Die Studierenden der Theaterwissenschaft sind zum großen Teil echte Anfänger, und da die Inszenierung sie auch musikalisch fordert, sei es eine sehr intensive Zeit gewesen, so Lettow. Für die Musik zeichnet Mirjam Schmuck verantwortlich, die auf der Bühne eine Klavierspielerin spielt - wobei das Instrument auch zu einem wichtigen Requisit wird. Ein 18-köpfiger Chor bringt das Geschehen, das sich eigentlich auf der Straße vor dem Asyl ereignet, nahe. In Madrigalen, in Kompositionen von Schubert, Brahms und Rachmaninow, in Volks- und Arbeiterliedern "zieht sozusagen das 20. Jahrhundert" vorbei.

Viele Fragen haben das Regieteam bewegt: Wie können wir als Menschen, die nicht arm sind, von denen erzählen, denen es dreckig geht? Welche Wirkung entfaltet Musik auf der Bühne? Was ist Asyl und was Theater? Wie verhalten sich Körper, Sprache und Raum zueinander? Was kann Theater heute?

"Die Produktion geht auch ästhetisch große Risiken ein und kommt zu einem fulminanten Ergebnis", sagt Ringlockschuppen-Dramaturg Matthias Frense.

Weitere Termine: 19. April, 3. und 4. Mai, 19.30 Uhr.

ANNE HORSTMEIER

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1775311/create

Aktuelle Fotos und Videos
Musik und Sonne pur
Bildgalerie
Moers Festival
Helges Heimatabend im Zelt
Bildgalerie
Helge Schneider
Freibad in Kamp-Lintfort öffnet
Bildgalerie
Lifestyle
Unwetter am Niederrhein
Bildgalerie
Wetter
Aus dem Ressort
Lösung noch vor Mitternacht
Wissenschaft
Studierende des zweiten Semesters aus dem Studiengang „Medien und Kommunikationsinformatik“ der Fakultät Kommunikation und Umwelt nahmen an einem Programmierwettbewerb zur Erstellung kleiner Helfer-Programme teil.
Dank an die Finder
Kriminalität
Moers. Es ist etwas ungewöhnlich: Sigrid Mayer wurde bestohlen, aber sie möchte sich bedanken. Und zwar bei drei Jugendlichen, die ihr das Portemonnaie zurückbrachten, das ihr Taschendiebe am Mittwochmittag gestohlen hatten.