Polizei gelingt Schlag gegen Ring von Immobilienbetrügern

Die Polizei hat in diesem Fall knapp ein Jahr lang wegen gewerbsmäßigen Betruges ermittelt.
Die Polizei hat in diesem Fall knapp ein Jahr lang wegen gewerbsmäßigen Betruges ermittelt.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Kriminalbeamte nehmen bundesweit sieben Tatverdächtige fest. Sie sollen Immobilien zu überhöhten Preisen an Darlehensnehmer mit schlechter Bonität verkauft haben.

Neukirchen-Vluyn.. Eine Gruppe von Betrügern hat Banken um Geld geprellt, indem sie zahlreiche Immobilien zu überhöhten Preisen an Darlehensnehmer mit schlechter Bonität verkaufte. Mit gefälschten Unterlagen führten die Betrüger die Geldinstitute hinters Licht.

Doch am Dienstag flogen die Kriminellen auf: Laut Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Kleve und der Kreispolizeibehörde Wesel gelang es den Ermittlern nach umfangreichen Haus- und Wohnungsdurchsuchungen in mehreren NRW-Städten sowie in Niedersachsen und Berlin, sieben mutmaßliche Täter festzunehmen und zahlreiche Beweise sicherzustellen.

Falsche Angaben

Nachdem ein Geldinstitut aus Neukirchen-Vluyn im vergangenen Jahr zwei Strafanzeigen wegen Betruges bei der Polizei im Kreis Wesel erstattet hatte, gründeten Kriminalbeamte die Ermittlungskommission "Immo".

Sie stellten fest, dass es sich bei den Darlehensnehmern sowohl um real existente Menschen als auch um Personen handelt, die die Darlehen mit gefälschten Papieren beantragten. Die Täter manipulierten Bonitätsunterlagen, um bei den Banken falsche Angaben zu Einkommens- und Vermögensverhältnissen zu machen.

Zur Vortäuschung von Gehaltseingängen gegenüber den Banken erzeugten sie über Scheinfirmen mit vorgeschobenen oder mit gefälschten Ausweisdokumenten auftretenden Geschäftsführern einen Geldkreislauf. Die Darlehnsnehmer erhielten Kaufpreiserstattungen, wodurch die Banken über die Kreditmittelverwertung getäuscht wurden. Letztendlich wurden zahlreiche Kredite notleidend, die Banken sahen ihr Geld schwinden.

Mittelsmänner vorläufig festgenommen

Am Dienstagmorgen schlugen Polizeibeamte in insgesamt dreizehn Städten in Nordrhein-Westfalen sowie in Berlin und Niedersachsen zu. In Moers, Mülheim und Köln vollstreckten die Ermittler Haftbefehle von drei Männern im Alter von 37, 36 und 34 Jahren sowie einer 33-jährigen Frau aus Leverkusen.

Einen 44-jährigen Mann aus Leverkusen, einen 41-jähriger Kölner sowie einen 39-jähriger Dortmunder nahmen die Beamten in Köln mit Beteiligung von Polizisten einer Spezialeinheit vorläufig fest. Auch sie stehen im Verdacht, als Mittelsmänner bei den betrügerischen Immobiliengeschäften beteiligt gewesen zu sein. Sie sollen einem Haftrichter vorgeführt werden.

Neben den Festnahmen durchsuchten die Ermittler auch zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuser in Bochum (3 Objekte), Aschendorf-Niedersachsen(1), Hürth (2), Wesseling (1), Dortmund (2), Duisburg (2), Düsseldorf (1), Essen (1), Mülheim (9), Gelsenkirchen (1), Köln (9), Leverkusen (1), Berlin (1) Mönchengladbach (1), Velbert (1), Neukirchen-Vluyn (1), Moers (4) und Dinslaken. Dort stellten die Beamten eine Vielzahl von Geschäftsunterlagen als Beweismittel sowie Computer, zwei Autos, Laptops sowie I-Phones und Bargeld sicher. (we)