Kommentar
Politik muss ideologiefrei und konstruktiv denken
11.02.2010 | 06:00 Uhr 2010-02-11T06:00:00+0100Es ist fünf nach zwölf. Moers ist zwar noch ein paar Meter vom Offenbarungseid entfernt, wie ihn etwa Duisburg und Oberhausen längst leisten mussten.
Aber die Aussicht, auch bei jahrelangem schmerzhaftem Verzicht nicht mehr ohne den Landrat gestalten zu können, muss auch den hartnäckigsten Verteidiger seiner Pfründe kompromissfähig machen.
Natürlich muss der Kämmerer den Rasenmäher-Ansatz wählen, um plakativ zu demonstrieren, dass alle in einem Boot sitzen. Und natürlich: Jeder, Theater-Intendant oder Feuerwehr-Chef, muss ehrlich prüfen, wo eventuell noch Spar-Potenzial liegt.
Fakt ist aber auch, dass nicht mehr alle Bereiche gleichmäßig schwer belastbar sind. Es liegt an der Politik, in den Fachausschüssen eine möglichst faire und am Ende auch konstruktive Spardebatte zu führen. Keine Klientel-Politik, sondern eine für ein lebenswertes Moers. Und sie muss die Ergebnisse des Gemeindeprüfungsberichtes einfließen lassen.
Fakt ist: Die Großstadt braucht die Kultur als Aushängeschild und Bildungsfaktor. Sie muss Schwimm- und Sportmöglichkeiten vorhalten. Und wenn's die Minimalausstattung wird. Fakt ist auch: Ohne radikales Umdenken bei Bund und Land bluten sukzessive alle Städte aus.
Spannend wird sein, ob die Kooperation, die offenbar wider besseren Wissens oder böser Vorausahnung mit einem ausgeglichenen Haushalt in den Wahlkampf zog, die Debatten schadlos übersteht.
m.passon@nrzwaz.de
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