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"Plätzchen für Raucher bleibt"

14.06.2007 | 06:21 Uhr

GASTRONOMIE. Gesetz für reine Luft in Lokalen macht Wirten kleinerer Gaststätten Sorge. Dort fürchtet man Umsatzeinbußen.

AM NIEDERRHEIN. Gute Zeiten für Nichtraucher - schlechte Zeiten für Raucher. Ab 1. Januar 2008 gilt in allen Gaststätten ein Rauchverbot. Blauer Dunst ist dann nur noch in separaten Räumen erlaubt. Damit sollen Nichtraucher in NRW geschützt werden. Doch vor allem Wirte, die keine Ausweichmöglichkeit für die qualmende Kundschaft haben, können sich für die neue Reglung nur schwer begeistern.

Im Herzen von Moers, an der Homberger Straße 28, führen Angeliki und Paul Pouloutidis seit 27 Jahren ein kleines griechisches Restaurant. Tagsüber bleibt die Küche kalt, dann wird die Theke wird gut frequentiert. "Wie wir das Verbot umsetzen sollen, ist uns noch nicht klar", meint die Chefin. "Viele wollen dann nicht mehr kommen, sagen sie."

Wolfgang Terschüren, Wirt in der Gaststätte "Zum Zabi" an der Kranichstraße 57 in Moers findet das Verbot übertrieben. "80 Prozent der Gäste rauchen. Und wir haben keinen separaten Raum für sie."

In Neukirchen-Vluyn macht Wirtin Ellen Micke in der kleinen Kneipe "Glückauf" an der Niederrheinallee 99 aus ihrem Herzen keine Mördergrube: "Ich finde, das ist großer Kappes. Wie soll das gehen, wenn die Gäste draußen rauchen müssen!" Einige Gäste hätten denn auch schon angekündigt, nicht mehr zu kommen. "Ich bin seit 40 Jahren im Geschäft. Das Rauchverbot wird uns viel Schaden zufügen." Einen Raum abzutrennen, sei unmöglich. "Muss der Staat den wirklich alles verbieten?"

Ein Raucher-Separee kann man auch im Kneipchen "Zum Dorfkrug" an der Mozartstraße in Neukirchen nicht einrichten. "Wir haben uns noch keine Gedanken gemacht, wie's ab Januar weitergeht", gibt sich Mitarbeiterin Jutta Peschke eher gelassen. Raucher und Nichtraucher hielten sich im Dorfkrug die Waage. "Bisher haben sie sich gut vertragen. Schlimm ist es für mich und meinen Chef. Wir sind beide Raucher."

In Kamp-Lintfort sagt Radmilla Karanovic, Wirtin im "Alten Kasino" an der Ringstraße: "Eine Ecke finde ich immer für meine Gäste, die rauchen wollen. Ich habe Verständnis für die Leute, die sich bei ihrem Wirtshausbesuch eine Zigarette anstecken wollen."DAS NEUE GESETZObwohl man in NRW längere Zeit zögerte, wurden jetzt für kleine Eckkneipen keine Ausnahmen gemacht. Das Rauchverbot gilt ab 1. Januar auch in öffentlichen Gebäuden sowie auf Geländen von Erziehungs- und Bildungseinrichtungen. Nach dem Willen der SPD-Opposition im Landtag hätte auch das Rauchen in separaten Räumen von Gaststätten verboten werden sollen, zum Schutz der Bedienungen. (Hm.)

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Kommentare
13.12.2007
00:26
Plätzchen für Raucher bleibt
von Atmantis | #1

Ja endlich, tolle Sache! :)
Passt mir sehr gut in den Kram, weil ich eh aufhören will.
Wie ist das In Bochum? Hab grad mit dem Wirt meiner Stammkneipe telefoniert. Er wusste noch nichts genaues, wollte aber auf jeden Fall eine Hälfte des Raumes abtrennen.
Kanns noch gar nicht richtig glauben. Ich fänds super. Wir rauchenden Idioten dachten wir wären cool ...
Am wichtigsten ist mir, dass meine Tochter nicht mit dem Rotz anfängt. Dass Angie nicht das Verbot der Plakatwerbung durchgesetzt hat, hat mich schwer enttäuscht. Das wichtigste dacht ich wär, dass das Rauchen aus dem Alltagsbewusstsein verschwindet.

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