Plädoyer für den Spielplatz Sperlingweg
17.06.2010 | 19:21 Uhr 2010-06-17T19:21:00+0200
Issum.„Was gibt es Neues im Dorf“, ruft Anneliese Schreiber Issums Bürgermeister Gerhard Kawaters zu. Er war gestern zur NRZ-Leserbank auf den Markt gekommen, um sich Vorschläge aus der Bürgerschaft anzuhören, wie das Leben in Issum und Sevelen verbessert werden könnte.
Und da gab’s eine ganze Menge. Anneliese Schreiber, aktiv im Arbeitskreis HisTörchen und im Förderverein Herrlichkeitsmühle, gibt ein flammendes Plädoyer für die kleinen Einzelhandelsgeschäfte am Ort ab. Die seien allesamt ganz hervorragend und hätten es verdient, stärker von der Bürgerschaft frequentiert zu werden. Ob dieses Handelsangebot nicht ausgeweitet werden könne, bei den Leerständen in Issum, fragte sie Kawaters.
Der Bürgermeister erinnerte an den Werbeslogan der Sevelener Interessengemeinschaft der Einzelhändler, „Fahr nicht fort, kauf vor Ort“. In der Tat sei es wichtig, dass das Angebot der Händler auch angenommen werde. Ansonsten lohne sich das Geschäft für sie nicht mehr, sagte er und verteilte Einzelhandelsflyer der Gemeinde.
Viel Kaufkraft
fließt aus Issum ab
Für das örtliche SB-Markt-Angebot brach Helga Rütters eine Lanze. Sie war mit ihrem Mann Norbert auf den Vogt-von-Belle-Platz gekommen, um frische Eier zu kaufen. Sie wohne am Nordring und fände es ausgezeichnet, wenn ein Marktbus ältere Menschen zum Einkauf zu Hause abholt und später mit dem Einkauf (ab 20 Euro kostenlos) wieder heim bringt.
Gerhard Kawaters lenkte hier das Gespräch auf das in Arbeit befindliche Demographie-Konzept für Issum und darauf, dass die Issumer und Sevelener zwar über eine überdurchschnittliche Kaufkraft verfügten, aber auch 33 Prozent von dieser Kaufkraft aus der Gemeinde abflössen.
Ein ganz anderes Problem sprach Anneliese Deckers an. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn betreibt sie einen Maler- und Glaser-Betrieb in Sevelen. Dank des Konjunktur-Paketes II und eines großen Privatkundenstammes könne man nicht klagen, sagt sie.
Mathematik
ist gefragt
Sorgen macht sie sich wegen des geeigneten fachlichen Nachwuchses. Es sei schon schwierig einen Auszubildenden mit befriedigenden Mathematik-Kenntnissen zu finden. „Wenn jemand nach drei Jahren Lehrzeit immer noch nicht berechnen kann, wieviele Tapetenrollen für ein Zimmer benötigt werden, dann wird es schwierig.“ Der Bürgermeister nickte, appellierte an die Elternhäuser, auf Primärtugenden wie Ordnung, Pünktlichkeit und korrektes Auftreten zu achten, freute sich aber auch, dass es heute Unternehmen gebe, die den Jugendlichen beim Ausgleich von Defiziten zur Seite stehen.
Ganz genau wissen wollte es Siegurd Hein-Grzywatz. Und zwar, was es mit dem Cap-Markt auf sich habe. Bürgermeister Kawaters gab eine Übersicht über den Stand der Dinge: „Die SPD-Fraktion hat einen Prüfantrag gestellt, der wird derzeit bearbeitet.“ Was die Erfolgsaussichten eines solchen Marktes in Issum an-geht, so verwies Kawaters auf eine Passage im Prüfantrag: „Die Caritas stellte fest, dass es sich ein Cap-Markt in Issum nicht lohnt.“ Es wäre zwar schön, wenn es gelänge, einen Markt ins Issumer Zentrum zu ziehen, so der Bürgermeister, er gab aber zu bedenken, dass die Gemeinde mit drei Märkten für 6500 Einwohner schon sehr gut aufgestellt sei.
Im weiteren Verlauf des Ge-sprächs ging es dann um alte und neue Gewerbegebiete, Firmenansiedlungen und ein dringend notwendiges Einzelhandelskonzept für Issum. Siegurd Hein-Grzywatz hat gehört, dass ein Unternehmen die Gemeinde verlässt und in Moers baut. Kawaters: „Wir haben alle vorhandenen Flächen angeboten – mehr können wir nicht tun. Zum Cap-Markt äußerte sich auch Birgit Molderings: „Der wäre klasse für ältere Leute.“ Sie kennt den Cap-Markt in Sevelen und ist begeistert.
Jürgen Happe übernahm
in der zweiten Halbzeit
In der zweiten Halbzeit saß der erste allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Jürgen Happe, auf der Leserbank, als ihn Frauke Koerdt und Willi Krupp die von der Politik geplante Schließung des Kinderspielplatzes Sperlingweg ansprachen. Es sei kurzsichtig gedacht, den Platz in Bauland umzuwandeln, da die Spielfläche nach einem Generationenwechsel in der Siedlung fehlen würde. In einer Stadt, die junge Familien anlocken wolle, sei das kontraproduktiv. Jürgen Happe erinnerte an das Bauleitverfahren, um die Spielfläche in Bauland umzuwandeln. Da könnten alle Bürger ihre Bedenken vorbringen.
Anke Reidenbach sprach Jürgen Happe schließlich auf ein unzureichendes Schulbus-Angebot im Bereich Hochwald, Niederwald und Nordring an. An letzterem sollte we-nigstens ein Radweg angelegt werden, damit die Kinder sicher zur Schule gelangen können. Happe notierte sich sich die Forderung und sagte eine Prüfung zu.
0mitdiskutieren