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"Pirat" bestand den Wassertest

19.06.2008 | 20:26 Uhr

BILDUNG. Kinder und Jugendliche der Niederrheinschule bauten ein Kanu. Gelungene Jungfernfahrt im Spaßbad Pappelsee.

Auch Pablo van Aal und Frank Schulz testeten gestern im Spaßbad das Gemeinschaftswerk. Dabei hatten sie anfangs ein bisschen Bammel. (Foto: Markus Joosten)

KAMP-LINTFORT. Eine Flasche lässt Christa Schmeißer zwar nicht am Rumpf zerschellen, aber auf Sekt möchte die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses bei der Bootstaufe nicht verzichten. Sie findet das Kanu super, das die Jungen und Mädchen der Klassen M3 und M4 der Niederrheinschule in Gemeinschaftsarbeit geschaffen haben. Patrick Tschache und Gerrit Pfennig haben zur Jungfernfahrt in dem Gefährt Platz genommen.

Mit gleichmäßigem Paddelschlag gleitet die "Pirat" im Spaßbad Pappelsee durch das große Becken. Und wie sich zeigt, ist der mehrfach versiegelte Rumpf wasserdicht. Mit Limonade stoßen die Kinder und Jugendlichen auf die gelungene Premiere an. Ein bisschen ängstlich testen auch Pablo van Aal und Frank Schulz das Gemeinschaftswerk. Das macht Frank so viel Spaß, dass er wenig später gleich ein zweites Mal im Kanu Platz nimmt.

Nur das Pappel offenbarte Schwächen

Nur beim Paddel offenbart sich, dass das hölzerne Blatt ein wenig schwach geraten ist. Es bricht bei einer der weiteren Testfahrten, die der krönende Abschluss eines einjährigen Projektes sind. Vor zwölf Monaten startete der Sozialwissenschaftler und erzieherische Begleiter Christoph Olders das Vorhaben. "Von der Sperrholzplatte zum runden Boot", so lautete die Aufgabenstellung, auf die er sich mit den Schülern einigte.

In kleinen Gruppen wurde die Arbeit angegangen. Zunächst machten die Teilnehmer Entwürfe, um sodann nach Bauanleitungen zu suchen. In einem alten Werkbuch wurde man fündig. Als Baumaterial diente einfaches Kisten-Sperrholz. Nur in der Anfangsphase hatte Christoph Olders ein wenig Probleme, die jungen Bootsbauer bei der Stange zu halten. Doch mit den Fortschritten bei der Kanu-Gestaltung wuchs auch die Begeisterung für das Werk.

Die Aufgaben verteilte Olders sehr flexibel nach individuellem handwerklichen Können und dem Grad sozialer Kompetenz. Gerrit Pfennig gehört zu den Schülern, die allwöchentlich mitgearbeitet haben. Auch er ist "sehr stolz" auf das Resultat. Seine beruflichen Vorstellungen zielen in Richtung Schreiner oder Mechaniker. Besonders schwer fand Gerrit Pfennig, die Rundungen am Kanu glatt hinzubekommen. "Da musste sehr fein gespachtelt werden."

Der schnittige "Pirat" soll nun, wie Christoph Olders verrät, einen Ehrenplatz im Foyer der Niederrheinschule bekommen. Zugleich ist daran gedacht, dass das Kanu bei künftigen Touren erneut seine Wassertauglichkeit unter Beweis stellen kann.

Olders fände es schön, wenn sich für das nächste Gemeinschaftsprojekt an der Kamp-Lintforter Förderschule noch Sponsoren finden würden. Wer hier finanzielle Unterstützung leisten möchte, kann sich an den Vorsitzenden des Fördervereins der Schule, Horst Koch (Tel: 0 28 42/28 04) oder an Jürgen Preuß (Tel: 0 28 02/46 07) wenden.

TEAMWORK Auch ansonsten werden an der Niederrheinschule handwerkliche Fertigkeiten gefördert. Beispielhaft nennt Olders Gitarrenständer, eine neue Torwand und einen Basketballkorb mit Platte, die im Teamwork entstanden sind.

ULRICH ERNENPUTSCH

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