Philip Simon in Kamp-Lintfort

Philip Simon mit seinem Programm „Ende der Schonzeit“ in der Stadthalle.
Philip Simon mit seinem Programm „Ende der Schonzeit“ in der Stadthalle.
Foto: Christoph Karl Banski

Kamp-Lintfort..  Philip Simon ist nicht nur Kabarettist, Moderator und Holländer, sondern regt mit seinem Programm „Ende der Schonzeit“ sein Publikum zum Nachdenken an. Samstagabend füllte er die Kamp-Lintforter Stadthalle und zeigte, was in unserer Gesellschaft zur Zeit so alles falsch läuft.

Kein Vertrauen in Politiker

Simon selbst behauptet, er sei auf der Jagd nach dem Wahnsinn des Lebens. Er befasst sich mit aktuellen Themen wie der WM 2020 in Qatar, bei der man „das Public Viewing mit Glühwein und Entenbrust“ zelebrieren muss, mit der Krise Griechenlands oder gar den Flüchtlingen des Mittelmeeres.

„Und dann hab ich immer dieses briseln im Kopf“, so Simon, wenn er zu lange über Probleme oder die Sinnlosigkeit der Gesellschaft nachdenkt.

So erzählt er zum Beispiel, dass er kein Vertrauen mehr gegenüber Politikern hat, seitdem immer mehr bei Plagiatsversuchen erwischt werden oder gar durch Steuerhinterziehung oder andere Affären entlarvt werden. Auch der Verteidigungsministerin fühlt er mächtig auf den Zahn und kommt letztendlich zu dem Entschluss, dass doch die Ludolfs die besseren Minister der Verteidigung wären.

Doch der gebürtige Holländer Philip Simon kann nicht nur witzig, sondern durchaus auch ernst. Bei dem Thema NSA-Affäre und dem dazugehörigen Enthüller drückt er klar aus: Asyl für Edward Snowden – yes we can (ja, wir können).

Leichter Atheist

Simon sieht die Probleme der derzeitigen Gesellschaft in verschiedenen Faktoren. Sei es jetzt die wachsende „Scheiß egal“- Haltung der Jugend oder auch die Veröffentlichung persönlicher Daten im Internet. Die Deutschen sind laut Simon Digitalentsperrte und jeder Mensch trägt ein kleines bisschen Wahnsinn in sich.

Sich selbst nimmt der 38-jährige da gar nicht heraus. Er beschreibt sich selbst als leichten Atheisten mit Gedächtnistourette. Während seines Programms geht er immer wieder zu der Zwangsjacke, die das Symbol seiner Tour ist, und begutachtet sie.

Er raucht eine Zigarette auf der Bühne und interessiert sich dabei nicht weiter dafür, „hinten sitzen dafür schließlich extra zwei Feuerwehrleute“ erklärt er dem Publikum lachend.

Mit seinem schwarzen Humor trifft Philip Simon den Nagel auf den Kopf was die derzeitige Situation bezüglich der Politik, Gesellschaft und Jugend betrifft. Sein Sarkasmus ist dreckig und doch sagt er genau das aus, was der Situation entsprechend ist.