Pferde-Ripperin schlug nach Moers und Krefeld jetzt auch in Troisdorf zu

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Was wir bereits wissen
Die 19-Jährige, die 2013 Pferdehalter in Moers und Krefeld in Angst und Schrecken versetzte, soll jetzt in Troisdorf ein Pony zerstückelt und Brände gelegt haben.

Troisdorf/Am Niederrhein..  Wieder begann es im Mai: Minipony nach Brand verschwunden – Zwei Kleinbrände am Morgen von Fronleichnam – Körperteile des vermissten Ponys gefunden – Tatverdächtige nach Tötung des Miniponys festgenommen: So lauteten die Überschriften der Pressemitteilungen, die die Polizei in Troisdorf veröffentlichte. Dass zwischen der ersten Tat und der Festnahme am Freitag, 5. Juni, nur ein paar Tage vergingen, ist einem Polizeibeamten aus Krefeld zu verdanken. Er informierte seine Kollegen, dass die verurteilte Pferde-Ripperin aus Krefeld nach Troisdorf gezogen war.

Bevor die heute 19-Jährige am Freitag gegen 17.30 Uhr in ihrer Wohnung festgenommen wurde, fanden Passanten in Troisdorf drei abgetrennte Tierbeine, die von der Besitzerin des Ponys „Mario“ identifiziert wurden. Die 19-Jährige gestand dann in ihrer Vernehmung, das Pony getötet zu haben und verriet die Stelle in einem Waldstück, an der sie weitere Teile des Kadavers versteckt hatte. Doch das war nicht alles: Die junge Frau gestand auch insgesamt vier Brandstiftungen. Dazu erklärte gestern Stefan Birk, Pressesprecher der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis: „Sie hat gestanden, es wurde Haftbefehl erlassen. Sie befindet sich in Untersuchungshaft.“

Das erste Mal brannte es in der Nacht zum 31. Mai, in der auch das Pony „Mario“ verschwand, zwei Brandstiftungen folgten innerhalb von nur zehn Minuten am Morgen von Fronleichnam. Immer brannte es im Bereich von Pferdekoppeln.

Die einjährige Jugendstrafe, zu der das Jugendschöffengericht Krefeld die zum Zeitpunkt der Taten in Krefeld und Moers 17-Jährige verurteilt hatte, war lediglich zur Bewährung ausgesetzt; ein Widerruf der Bewährung dürfte wahrscheinlich sein. Zudem stellt sich nun die Frage, wie die Staatsanwaltschaft Bonn mit der Schuldfähigkeit der heute 19-Jährigen umgeht.

Im Sommer 2013 erklärte ein von der Staatsanwaltschaft Krefeld in Auftrag gegebenes Gutachten die Jugendliche für voll schuldfähig, was die Unterbringung in einer Psychiatrie ausschloss. Dr. Jack Kreutz, Fachbereichsleiter Forensik der Landesklinik Bedburg-Hau, sagte hingegen bereits damals auf Anfrage der Redaktion: „Prognostisch stimmt mich das sehr nachdenklich.“