Personal und Technik in Moers aus einer Hand

Aufbauarbeiten in der Festivalhalle wie hier für das Moers Festival 2015 sollen künftig aus einer Hand erfolgen.
Aufbauarbeiten in der Festivalhalle wie hier für das Moers Festival 2015 sollen künftig aus einer Hand erfolgen.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Dirk Hohensträter (Enni) lotet mit der Kultur GmbH eine Perspektive für die Festivalhalle aus. Beim Personal soll keiner schlechter gestellt werden.

Moers..  Dirk Hohensträter, Geschäftsführer von Enni Sport und Bäder, wird mit der Moers Kultur GmbH Gespräche führen. Das Ziel: Ein Betreiberkonzept für die Festivalhalle.

Ein solches Konzept ist dringend nötig, weil die Halle zwar Platz bietet für große Veranstaltungen wie das Moers Festival oder das Comedy Arts Festival, sonst jedoch nicht weiter bespielt werden kann. Das Problem: die Halle hat keine Ton- und Lichtanlage, entsprechende Ausstattung muss für Veranstaltungen immer für viel Geld eingekauft werden.

Genossenschaft

Das von Hohensträter am Dienstag vorgestellte Betreiberkonzept sieht nicht nur vor, solche Licht- und Tontechnik künftig vorzuhalten, es geht noch viel weiter. Eine Genossenschaft aus Enni Stadt und Service, Enni Sport und Bäder und der Kultur GmbH soll künftig Personal und Technik vorhalten, um den Enni Sportpark und die Halle für möglichst viele Veranstaltungen vorbereiten zu können. Im Klartext: Technik und Personal werden je nach Bedarf im Sportpark oder in der Halle eingesetzt, also ausgeliehen. Das Personal in der Genossenschaft soll, so Hohensträter, nach Tarifen aus dem Gastronomie- und Leiharbeitsbereich bezahlt werden. Werden Mitarbeiter, die bereits jetzt für Enni tätig sind, in die Genossenschaft übernommen, gilt laut Hohensträter: „Es wird keiner schlechter gestellt.“

Die Kosten für den Betrieb der Halle werden künftig aufgeteilt: Als Betrieb gewerblicher Art trägt die Halle auf 20 Jahre die laufenden Betriebskosten sowie die Kosten, die jetzt für die sukzessive Anschaffung von Technik (350000 Euro) und Sanierung (Dach: 135000 Euro, zusätzlich Anschluss an Strom- und Wärmeversorgung) fällig werden. Nach ersten, groben Schätzungen sind das 305 000 Euro pro Jahr.

Kritische Stimmen

Dagegen werden über die Genossenschaft Gewinne durch die Veranstaltungen im Sportpark und in der Halle eingefahren, die sich, so die Schätzungen auf 61 000 Euro belaufen. Kommen weitere Veranstaltungen hinzu, erhöht sich der Gewinn. Verluste sind hier nicht zu erwarten, wie Hohensträter sagt: „Der Betreiber trägt das Risiko.“

Der Enni-Verwaltungsrat hat das Konzept am Dienstag zur Kenntnis genommen, „nicht ohne kritische Stimmen“, wie Hohensträter berichtet. Und: die Entscheidung, ob das Betreiberkonzept für die Festivalhalle zum Tragen komme, liege bei der Politik.