Pedelec-Training für Senioren in Neukirchen-Vluyn

Polizeihauptkommissar Jörg Nitschke (links) und Polizeihauptkommissar Jürgen Lantermann (rechts) codierten die teuren Gefährte auch gleich.
Polizeihauptkommissar Jörg Nitschke (links) und Polizeihauptkommissar Jürgen Lantermann (rechts) codierten die teuren Gefährte auch gleich.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Pedelec-Training für Senioren in Theorie und Praxis zeigte sich, dass gute Unfallprävention auch richtig viel Spaß machen kann.

Neukirchen-Vluyn..  Das Elektrofahrrad ist im Kommen, besonders die ältere Generation schwingt sich gern in den motorisierten Sattel. Doch so schön und praktisch die so genannten Pedelecs auch sein mögen, sie sind auch gefährlich für den, der sie beherrscht. Die Kreispolizeibehörde Wesel bietet daher ein Pedelec-Training speziell für Senioren an – und denen machte es richtig Spaß.

Doch bevor es auf den Parcours im Hof der Theodor-Heuss-Schule ging, war Theorie angesagt. Welche Verkehrsschilder gibt es speziell für Radfahrer? Nun, es waren eine Menge Schilder, deren Bedeutung Polizeihauptkommissar Jörg Nitschke den betagten Pedelec-Jüngern ins Gedächtnis rief. „Und dann gibt’s einen Bußgeldkatalog für Radfahrer...“

Die schon fast geknurrte Reaktion des Publikums ließ für diesen Aspekt wenig Begeisterung erkennen: „Aha.“ Auch der polizeiliche Hinweis, dass das Halten eines Handys beim Radfahren 25 Euro kostet, wurde zunächst als nicht zur Sache gehörig, weil nur für die junge Generation relevant, abgetan. Aber nicht mit Jörg Nitschke: „Mooooment!“ Denn seine Erfahrung ist da eine ganz andere. Noch ein paar Tipps zur Technik, dann ging’s raus auf den Parcours.

Sicher bremsen und anhalten

Slalom fahren war angesagt. „Das ist mir zu eng, ich hab’ ein bisschen Schiss“, bekannte Marlene Werder – aber nach zwei Versuchen wedelte sie munter um die Pylone. Nächste Station: Bremsen und Anhalten, ohne mit den Füßen den Boden zu berühren – der Arm des Polizeibeamten ersetzte dem Ampelmast. Ferccio Inama hatte zuerst so seine Zweifel: „Ich weiß nicht, ob ich das schaffe“, aber Marlene Werder sagte sich, probieren geht über studieren: „Und jetzt mit einer Haaaand...!“ Die Geschwindigkeit der Pedelecs ist das größte Problem: Andere Verkehrsteilnehmer trauen sie den radelnden Senioren einfach nicht zu.

Polizeihauptkommissar Jürgen Lantermann kann ein Lied davon singen: Er habe einmal mit rund 50 Senioren einen Radausflug gemacht, erzählte er, und während er sein altes Dienstfahrrad aus dem Keller geholt hatte, saßen die Senioren allesamt auf funkelnagelneuen Pedelecs. Sein Job war es, die Überfahrten über die Bundesstraßen abzusichern – und es war ein schwerer Job: „Ich bin immer hechelnd ‘dran vorbei bis zur nächsten Bundesstraße.“ Für die nächste Tour habe er sich lieber das Pedelec seines Vaters ausgeliehen...

Begeistert waren alle Teilnehmer der gestrigen Schulung. „Sie müssen Werbung machen, damit die Leute zu ihnen kommen, bevor sie sich ein Pedelec kaufen“, so ein Zuruf aus dem Publikum. Was gar keine schlechte Idee ist.