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Ohne Liebe wäre ich nichts

13.02.2012 | 21:12 Uhr
Ohne Liebe wäre ich nichts
In der Kirche des Kloster Kamp gab es eine Segensprozession der Liebenden. Foto: Ulla Michels

Kamp-Lintfort.Worte aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther treffen wohl genau, was die Besucher der Segensprozession in der Abteikirche am Vorabend des Valentinstages fühlen: „Ohne Liebe wäre ich nichts.“

Pfarrer Thomas Schulz zitiert diesen Satz in der Lesung des Gottesdienstes, zu dem viele meist ältere Paare, gekommen sind. Dazu gehören Marga und Andreas Wenders aus Moers, seit 47 Jahren verheiratet. Die Ehefrau: „Wir sind beide religiös erzogen. Eine Krankheit, die mein Mann überstanden hat, hat uns noch fester zusammengeschweißt.“ Dieser bestätigt: „Unsere Bindung ist noch enger geworden.“

Seit 13 Jahren ein Paar sind Erika Suppan und Rudolf Jakoby. „Wir freuen uns auf den Segen für unsere Liebe“, sind sich die Issumer einig. Die gläubigen Christen sind auch sozial aktiv – für den Verein „Helfende Hände über Grenzen“. Der Segen ist auch für Rosi und Roni Weber wichtig, die seit über 50 Jahren gemeinsam durchs Leben gehen.

Dagegen kann man Silke Hellwig und Martin Spitzer fast noch als frisch verliebt bezeichnen. „Dieser Abend soll unsere Beziehung weiter bestärken“, meinen sie.

Ein Paar, das seinen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte, kommt regelmäßig zu den monatlichen Segensprozessionen, um dort zu beten. Beide stehen kurz vor einem Ehejubiläum. Anni Holland ist ebenfalls seit langer Zeit bei den Prozessionen dabei und lobt: „Bei den monatlichen Themen wird an alle gedacht.“

Annerose Schmitz, Leiterin am „Geistlichen und Kulturellen Zentrum Kloster Kamp“, erzählt die Geschichte von Kaulquappe und Weißfisch, die sich lieben. Als die Kaulquappe spürt, dass sie bald zum Frosch wird, gibt es Streit, wie die Beziehung weitergehen soll, denn der Weißfisch kann natürlich nicht mit an Land. Auch wenn sich Menschen weiterentwickelten, dürften Veränderungen nicht auf Kosten eines Partners geschehen, das könne man aus dieser Geschichte schließen. Nicht das Ich sei entscheidend, sondern das Du und das Wir, so Annerose Schmitz.

Und Pfarrer Thomas Schulz gibt zu bedenken, in der Liebe sei es wie bei einer Laute: Die Saiten klingen bei der Musik gemeinsam, doch sie stehen gleichzeitig allein für sich auf dem Instrument. Gemeinsamkeit und individuelle Freiheit – beides sei wichtig.

Norbert Köppern

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