Offener Streit um offenen Ganztag

Moers..  Offener Ganztag – das bedeutet Betreuung und Verpflegung der Kinder nach dem Schulunterricht. An der Grundschule Eick-West sind die Eltern mit dem Anbieter dieser Leistungen, dem SCI Moers, ganz offenbar nicht zufrieden. Die Schulkonferenz, also Eltern und Lehrer gemeinsam, beschloss den Ausstieg aus dem Vertrag zum 31. Juli diesen Jahres. Das allerdings will der SCI nicht hinnehmen.

„Wir haben versucht uns zu trennen“ – Ursula Gehrke, Vorsitzende der Elternpflegschaft, ist mit der Situation gar nicht glücklich. Sie formuliert drastisch: „Die Eltern sind stinksauer.“ Der ständige Personalwechsel, so klagt Ursula Gehrke, sei gar nicht im Sinne der Kinder. Zudem sei das vom SCI gestellte Betreuungspersonal oftmals nicht qualifiziert: „Da sind Bürokräfte aufgetaucht.“ Man könne den Eindruck gewinnen, es gehe nur darum, „dass da einer sitzt.“ Und Arbeitsgemeinschaften, wenn sie denn stattfänden, hätten einen Vorlauf von fast einem halben Jahr.

Ein weiterer Zankapfel sei die Verpflegung der Kinder. Diese werde, so Gehrke, vom SCI-Tochterunternehmen „Cook & Chill“ geliefert: „Wir sind gar nicht zufrieden. Es wird immer nur ein Gericht angeboten, nicht gluten- und laktosefrei.“ Zudem werde auf die Belange muslimischer Kinder keine Rücksicht genommen.

Nun will die Elternschaft nicht nur kritisieren: „Wir sind hier fleißige Eltern, wir wollen helfen.“ Eine Zusammenarbeit sei indes nicht zustande gekommen. „Alle sagten, so geht’s nicht weiter“, weshalb die Schulkonferenz sich zur Kündigung entschlossen habe. Dies bestätigt die Stadt: „Der Vertrag hätte nach dem Wunsch der Eltern gekündigt werden sollen“, so Pressesprecher Klaus Janczyk. Aber der SCI habe entgegen gehalten, er müsse sein Personal bezahlen.

Pro Gruppe, durchschnittlich etwa 25 Kinder, werden an den SCI 34 000 Euro im Jahr gezahlt, hinzu kommt das Essensgeld, 54 Euro je Kind und Monat. Der SCI wollte sich „nach einem Moderationsgespräch mit dem Schulverwaltungsamt“ nicht zur Sache äußern.