Notfallpraxis bleibt

Foto: Christoph Karl Banski

Moers/Neukirchen-Vluyn..  Schlechte Nachricht: Das Land will rund 50 Prozent aller hausärztlichen Notfallpraxen schließen. Die gute Nachricht: Für den Dienstbezirk Moers, Neukirchen-Vluyn und Rheurdt ändert sich nichts. Die Notfallpraxis auf dem Gelände des Krankenhauses Bethanien (Zugang über die Wittfeldstraße) ist von den Plänen nicht betroffen.

Die niedergelassenen Ärzte in dem Bezirk haben die Praxis 2007/2008 eingerichtet. Damit decken sie einen Großteil ihrer Notdienste ab. Ronald Grüner ist Allgemeinmediziner in Moers und koordiniert und verwaltet die hausärztliche Notfallpraxis als Obmann für seine Kollegen: „Das Land will die Dienstbezirke vergrößern“, erklärt er. Danach würde es am ganzen Niederrhein bis hoch nach Kleve nur zwei Notfallpraxen geben.

Für Moers und Umgebung ändert sich aber nichts: Die Notfallpraxis ist am Wochenende von 9 bis 22 Uhr besetzt, mittwochs und freitags von 14 bis 22 Uhr, montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 22 Uhr. Notfälle, die beispielsweise nachts kommen, werden von einem diensthabenden Arzt per Fahrdienst (Hausbesuch) versorgt. Positiv auch, dass die hausärztliche Notfallpraxis in Rheinberg ebenfalls nicht bedroht ist. „Es gibt nur Überlegungen, sie nach Kamp-Lintfort zu verlagern.“

Die hausärztliche Notfallpraxis hinter dem Krankenhaus Bethanien hat gut zu tun. „Die Zahlen sind derzeit durchaus dreistellig“, berichtet der Mediziner. Er habe erst neulich allein zwischen 9 und 15 Uhr 63 Patienten versorgt. An einem „Rekordtag“ seien es sogar 170 gewesen. „Jetzt ist Grippezeit.“ Aber auch im Sommer gebe es viel zu tun. 70, 80 Patienten steuern dann die Praxis am Wochenende an, beispielsweise mit Insektenstichen und Sonnenbränden.

Die Praxis an der Wittfeldstraße wird von den Ärzten des Dienstbezirks Moers, Neukirchen-Vluyn und Rheurdt bestückt. „Wir haben hier im Bezirk eine relativ hohe Arztdichte, da ist man jedoch nur etwa viermal im Jahr an der Reihe“, so Grüner. Was noch erträglich sei. Auf dem Land aber seien die Kollegen wesentlich öfter im Notdienst tätig und hätten auch wesentlich weitere Wege zurückzulegen.