Bildung
Noch hapert es am Zulauf der Studenten
03.09.2010 | 17:29 Uhr 2010-09-03T17:29:00+0200
Kamp-Lintfort.Die Wirtschaft klagt über Mangel an Fachkräften. Vor allem in technischen Berufen. Eine Lücke, die die Hochschule Rhein-Waal schließen könnte. Wenn sie denn die entsprechende Resonanz finden würde. Und genau daran hapert es momentan.
Mit insgesamt 850 Studierenden hatten Präsidentin Professor Dr. Marie-Louise Klotz und ihr Team zum Wintersemester 2010 gerechnet. Schon jetzt ist sicher, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Und daraus macht die Präsidentin kein Hehl: „Wir werden deutlich darunter liegen.“
Wie deutlich darunter, dass könne derzeit nicht konkretisiert werden, betonte die Hochschul-Präsidentin. Sie verwies darauf, dass derzeit Nachrückverfahren laufen. Außerdem sei die Anmeldefrist verlängert worden. Offen sei ferner derzeit noch die konkrete Zahl der ausländischen Studenten, da einige unter anderem noch auf ihre Visa warten würden.
Fakt ist: Studiengänge wie Psychologie und Bio Science and Health (angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit) werden stark nachgefragt, das Interesse an Technologie und Bionik hält sich dagegen in Grenzen.
Mit drei Bachelor-Studiengängen ist die Hochschule im September 2009 an den Start gegangen. Schon damals lag die Zahl der erwarteten Studierenden mit 120 genau 30 unter den geplanten 150. Zum Wintersemester 2010, das am 20. September beginnt, hat die Hochschule ihr Angebot um elf weitere Bachelor- und zwei nicht zulassungsbeschränkte Master-Studiengänge erweitert. Die mathematische Formel lautete eigentlich: 50 Studenten pro Bachelor- und 20 pro Master-Studiengang. Ergibt 850 – inklusive derjenigen, die seit 2009 in Kleve und Kamp-Lintfort studieren.
„Es kann daran liegen,
dass wir neu sind“
Gründe für die derzeit mangelnde Resonanz seien schwer zu analysieren, sagte Marie-Louise Klotz. Die Lage der Hochschule am unteren Niederrhein könne ebenso eine Rolle spielen, wie die angebotenen Fächer. „Es kann auch daran liegen, dass wir neu sind.“
„Wir müssen Ruhe bewahren“, mahnt die Präsidentin, die im übrigen positiv denkt: „Dass wir nicht bis zum letzten Anschlag gefüllt sind, kann auch Vorteile haben.“ Beispielsweise könne „Sand im Getriebe“ in Ruhe beseitigt werden, die Professoren könnten sich explizit um die Studenten kümmern. Für sie ist das ein „Positiv-Marketing“. Wenn die Hochschule voll sei, könne es genauso Klage in die umgekehrte Richtung geben, gibt sie zu bedenken.
19:07
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17:29
Was in Kamp-Lintfort und Umgebung fehlt, ist für Studenten bezahlbarer Wohnraum.
Von der Hochschule gibt es für deutsche Studenten keinerlei Unterstützung bei der Wohnungssuche. Die wird nur den ausländischen Studenten gewährt. Ein Wohnheim gibt es leider derzeit noch nicht.
Mein Sohn beginnt jetzt sein Studium dort, aber mit einer großen finanziellen Belastung für die Miete.
14:34
Überraschende Schlussfolgerungen, die in den Kommentaren zu lesen sind. Leider scheinen die Aussagen auf Halbwissen und nicht übertragbaren Erfahrungen mit anderen Hochschulen zu basieren.
Wer durch angucken die Kompetenz von Mitarbeitern beurteilen kann, ist einweder genial oder von Vorurteilen geleitet. In jedem Fall wird das Erscheinungsbild des Vizepräsidenten keine bestimmende Größe sein für die Entscheidung eines Studierenden, zu einer bestimmten Hochschule zu gehen.
Wer sich in der Hochschullandschaft auskennt, weiß, dass die Quote der Studienanfänger aus der Zahl der Bewerber sich nur schwer ableiten läßt - ohne Erfahrungswerte aus vergangenen Jahren leider unmöglich. Werbung wird anders als oben behauptet, in vielen Ländern gemacht und natürlich auch in Deutschland, wie man der Homepage entnehmen kann. Schön, wenn regionale Zeitungen über Rhein-Waal berichten. Leider werden solche Zeitungen aber nicht in China, USA oder Japan gelesen und daher wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, bis Rhein-Waal international bekannt ist.
Zu Bedenken möchte ich geben, dass völlig unabhängig von der Qualität der Ausbildung in Rhein-Waal, die noch nicht bewiesen werden konnte, die Studierenden selbst entscheiden, ob sie denn auch kommen möchten. Kritik an der Hochschule ist dann angebracht, wenn die Ausbildung schlecht ist und nicht dann, wenn Studierende zu konservativ denkend zu alten etablierten Hochschulen gehen.
17:50
Zur einer Hochschule gehört sicherlich auch ein intaktes Studentenleben. Das sprechen Sie richtig an, jedoch habe ich das auch nie verneint. Eine gute Mischung aus ausländischen, einheimischen, bzw. einheimischen mit Migrationshintergrund. Hier wird aber massiv auf Bangladesch etc. gesetzt. Das ist aus meiner Perspektive absolut falsch. Desweiteren bin ich für die Variante der offenen Worte. Weshalb soll ich die Kritikpunkte nicht bennen. Insbesondere weil die Hochschule für die Region am Niederrhein wichtig ist, sollte man doch versuchen, dass es in die richtige Bahn geht. Nur exotische Studiengänge bringen wenig. Ob diese genannten Personen Konsequenzen ziehen, wage ich zu bezweifeln. Dafür sind die Stellen zu gut bezahlt. In der freien Wirtschaft macht man mit seinen Leistungsträgern Zielvereinbarungen, wenn diese nicht erreicht werden, bzw. erheblich unterdurchschnittlich erreicht werden, dann folgen Konsequenzen. Auch will ich Ihnen bezüglich Ausstrahlung etwas sagen. Man möchte in einer Bank auch nicht von einem Rocker etc. beraten werden oder wäre Ihnen das egal? Eine bestimmte Neutralität/Professionalität muss die Person ausstrahlen, denn es geht um ihr hart verdientes Geld. Jetzt komme ich auf die Hochschule zurück. Auch ein Vizepräsident etc. muss nach meiner Meinung eine bestimmte Ausstrahlung haben. Es kann nicht sein, dass man von einem Vizepräsident mit einem abgetragenen Hemd, einem Sakko und einer Jeanshose empfängt wird. Sie werden vielleicht sagen, dass sind Banalitäten und die inneren Werte müssen stimmen, aber dem ist nicht so. Beides muss stimmen. Man muss Menschen begeistern können und auf diese jungen Menschen zu gehen können. Man muss die Wirtschaft von seiner Idee überzeugen können. Jetzt frage ich Sie erneut, sind diese genannten Personen richtig am Platz. Es geht hier garnicht um persönliche Kritik. Mir geht es darum, dass die Positionen richtig besetzt werden. Im Fußball werden Sie sicherlich den Stürmer nicht zum Torwart machen, oder doch? Diese Personen bringen an anderen Positionen bessere Ergebnisse, nicht mehr und nicht weniger.
Bitte bedenken Sie noch eins. Es geht um die Glaubwürdigkeit. Der normale Mensch braucht auch sichtbare Galubwürdigkeiten. Am/Um den Niederrhein leben soviele Ausländer, insbesondere in Kamp-Linfort. Ich stelle aber in der Personalpolitik der Hochschule fest, dass kein Araber/Türke etc. bzw. Deutscher mit Migrationshintergrund in der Hochschule beschäftigt ist. Abgesehen von den wertvollen Diensten der Putzfrauen. Man soll unbedingt glaubwürdig bleiben und somit die regionalen Gegebenheiten berücksichtigen und Vorbilder schaffen.
In diesem Zusammenhang auch die unakzeptable Kritik/Bemerkung an Herr Yetim. Ich würde mir wünschen, dass viele Deutsche mit Migrationshintergrund eine tragende Rolle in der Politik übernehmen. Mit deren Hilfe hätte wir weniger Probleme. Sie gehen ja auch nicht bei einem KFZ Problem zum Friseur und fragen ihn, wo das Problem ist. Man soll zum Experten gehen. Wie auch immer.
12:36
@2: Sie wünschen der Hochschule alles Gute, kritisieren Sie aber massiv. Bleibt zu hoffen, dass die von Ihnen kritisierten Personen, das auch lesen, und daraus auch Konsequenzen ziehen. Ich füchte, das wird nicht in dem Maße erfolgen, wie es erforderlich wäre.
Übrigens: Lage und Studentenflair sehe ich nicht als Banalität sondern als Mit-Entscheidungsfaktor an. Aber das muss ja nicht jeder so sehen.
01:05
Die Hochschule bereichert Kamp-Linfort und Kleve ungemein. Dies wird man in den nächsten Jahren deutlicher bemerken. Natürlich werden in den Anfängen bestimmte Zielsetzungen nicht immer 100% erreicht. Die Begründung hierfür sollten nicht durch Banalitäten begründet werden. Das Kamp-Linfort keine Weltstadt ist, war allen Beteiligten von Anfang an klar. Aus meiner Perspektive liegt es an der Philosophie. Man versucht mit aller Macht sich in eine Nische zu drängen. Die allgemeine Nische ist immer eine gute Chance sich Marktanteile zu erarbeiten. Exotische Nischen können das Ende bedeuten. Was hier der Fall ist. Man setzt auf das falsche Pferd, indem man z.B. auf ausländische Studenten setzt. Man fragt sich, weshalb konzentriert sich die Hochschule nicht zuerst auf die umliegenden Städte und gewinnt viele einheimische Studenten? Macht viel Werbung in den Abiturjahrgängen? Ausländische Studenten verschönern sicherlich das Studentenleben, jedoch weiss ich, dass die Studentenwerbung gezielt aus Drittländern wie z.B. Bangladesch nichts einbringt. Was können diese Studenten dazu beitragen, dass die Hochschule erfolgreich wird? Als Kenner der Hochschullandschaften kann ich behaupten....wenig....bis nichts. Aus Indien kann ich berichten, dass die Interesse an 3.klassigen Hochschulen aus Deutschland meist bei den Ausländern besteht, die unbedingt nach Deutschland kommen wollen. Vordergründig steht aber nicht das Studium, sondern Geld zu verdienen.
Letzendlich stinkt ein Fisch vom Kopf her. Diese falsche Philosophie wird von der Präsidenten vorgegeben. Nur weil sie mal irgendwelche Kontakte nach Bangladesch hat. Bei allen Beteiligten bitte ich noch um folgendes: Bitte gucken sie sich Herr Dr. Martin Goch (Vizepräsident), Frau Dr. Carmen C. Drilling (Dezernentin Personal etc.) genau an. Meiner Meinung nach sind diese Menschen absolut fehl am Platz. Null Ausstrahlung null Kompetenz.
In diesem Zusammenhang will ich Ihnen ein Beispiel geben. In der Schule sollen Lehrer den Schülern die richtige Bewerbung beibringen. Nun frage ich alle Leser, kann das erfolgreich sein? Natürlich nicht. Diese Menschen haben mit Bewerbungen in ihrem Leben nichts zu tun. Referendariat/Beamte. Die meisten Lehrer kennen die Anforderungen einer Bewerbung gar nicht. Die haben das selbst aus Büchern erlernt. Alte Lehrer zitieren aus Büchern von 1980. Dann fragt man sich, weshalb soviele ohne Ausbildung bzw. die Bewerbungen schlecht sind.
Ich könnte noch sehr viele Beispiele anführen. Das ist erschütternd und traurig zugleich. Ich bin Befürworter dieser Hochschule und daher wünsche ich dieser Hochschule alles Gute.
23:18
Mit-Gründe könnten sein, dass die Hochschulen nicht verkehrsgünstig und nur eher schlecht per Bus erreichbar sind. Auch ist Kamp-Lintfort ja nun alles andere als eine für Studenden attraktive Stadt.