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Niemand will das Geld

16.04.2008 | 22:00 Uhr

BILDUNG. Kamp-Lintfort schafft mit Bundesmitteln die Mensa an der Ganztagshauptschule. Gymnasium peilt eine Sieben-Stunden-Regelung an.

KREIS WESEL. Um dem Ganztagsunterricht auch an weiterführenden Schulen mehr Gewicht und Auftrieb zu geben, will die Landesregierung bis 2010 175 Millionen Euro zusätzlich in die Hand nehmen. Das Geld soll größtenteils für die Schaffung von Mensen und anderen Aufenthaltsräumen fließen, wobei die jeweilige Förderung über 50 Prozent nicht hinausgehen soll.

Für die im Bau befindliche Mensa an der Ganztagshauptschule in Kamp-Lintfort kann die Bergbaustadt, wie Dr. Christoph Müllmann zufrieden bemerkt, eine wesentlich günstigere Quelle nutzen. Mit Hilfe eines inzwischen ausgelaufenen Förderprogramms für Ganztagsbeschulung werden die Investitionen von rund 1,5 Millionen Euro nahezu vollständig aus Bundesmitteln gedeckt. Im Schulzentrum Kamper Dreieck gibt es, so der Erste Beigeordnete, eine Mensa, die auch vom Gymnasium genutzt werden kann, das über eine kleine "Ökoteria" verfügt. Für die Zukunft will Gymnasiumsleiter Siegfried Zilske einen Ganztagsbetrieb nicht ausschließen, aber als Nahziel peilt er eine Sieben-Stunden-Regelung an. Noch keine Signale für einen Nachmittagsunterricht kommen aus Richtung Realschule.

Betreuung "13 Plus"

an den Gymnasien

Für Moers stellt Stadtsprecher Thorsten Schröder fest, dass die drei Gesamtschulen als Ganztagseinrichtungen jeweils über eine Mensa verfügen. Auch der geplante Neubau der Justus-von-Liebig-Hauptschule wird mit einer Mensa ausgestattet. Eine Betreuung "13 Plus" wird an den vier Gymnasien angeboten. Während das Rheinkamper Gymnasium noch mit einer Küche ausgestattet werden soll, wurde die Sanierung des Adolfinums auch dazu genutzt, das traditionsreiche Haus mit moderner Küche und Mensa zu versehen. Ob's bei den beiden anderen Gymnasien noch eine Entwicklung zum Nachmittagsunterricht gibt, lässt sich, so Schröder, nicht absehen. "Wir sind aber in Lauerstellung."

Eine weiterführende Ganztagsschule sucht man in Neukirchen-Vluyn bisher vergebens. Wohl hat die verkürzte Schulzeit am Julius-Stursberg-Gymnasium dazu geführt, dass in der Sekundarstufe I ein Teil des verdichteten Unterrichtsstoffs in den Nachmittagsstunden behandelt wird. Darauf weist Schulverwaltungsamtsleiter Gerhard Resnitzek hin.

Im Zusammenhang damit wurde an die Neukirchen-Vluyner Verwaltung der Wunsch herangetragen, die Cafe?teria des Gymnasiums so umzuwandeln, dass dort nicht nur Gebäck und belegte Brötchen, sondern auch warme Menüs ausgegeben werden können. So sollen Warmhaltegeräte und eine Spülmaschine angeschafft und der Thekenbereich erweitert werden. Dafür will die Stadt, so Resnitzek, 10 000 Euro ausgeben. An der Finanzierung der Gesamtmaßnahme will sich der Pächter der Cafe?teria beteiligen.

Dass die Oberstufenreform zurückgestellt werden soll, wollte Siegfried Zilske erst gar nicht glauben. Der Kamp-Lintforter Gymnasiumsleiter offenbart sich als Anhänger der Reform in den 70er- und 80er-Jahren. An der geplanten Reform kritisiert er, dass damit die gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Kurse zurückgedrängt würden. Sehr bedauern würde Siegfried Zilke auch, wenn es zu einer Abschaffung der Leistungskurse käme. (erp.)

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