Niag hat fünfzehn neue Linienbusse am Start

Fünfzehn neue Linienbusse sind für den Einsatz bereit.
Fünfzehn neue Linienbusse sind für den Einsatz bereit.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Vorstands-Vorsitzender Peter Giesen sieht die Zukunft des Nahverkehrs mit Hauptstrecken und ergänzenden Angeboten wie Taxi-Bussen oder Car Sharing

Moers..  Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen der Charakter des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), der im Kreis Wesel untrennbar mit den Niederrheinischen Verkehrsbetrieben (Niag) mit Sitz in Moers verbunden ist. Niag-Vorstand Peter Giesen gab jetzt einen Ausblick über die Herausforderungen, denen sich das Unternehmen in den nächsten Jahren stellen muss.

So soll moderne Technik wie die Fahrwegdaten-Registrierung ICTS den Niag-Service verbessern helfen: Die Fahrzeuge sind mit der Leitstelle vernetzt. Die Zentrale ist jederzeit über den exakten Standort der Busse informiert, kann entstehende Verspätungen direkt auf Anzeigenfelder oder Displays an Busbahnhöfen sichtbar machen. Giesen: „Das funktioniert auch über eine App auf dem Smartphone.“ Ein Angebot gerade für jüngere Menschen.

Mehr Stellfläche

Den Bedürfnissen der älteren Generationen trägt die Niag durch barrierefreien Zugang zu den Bussen und durch mehr Stellfläche für Rollatoren Rechnung, die sicher auch Müttern mit Kinderwagen zu schätzen wissen. Berufspendler, die die Busse im Überlandverkehr nutzen, werden das komfortablere Sitzplatzangebot zu schätzen wissen – aber dennoch ist und bleibt der Einsatz von Linienbussen die Suche nach dem besten Kompromiss.

Alle Fahrzeuggruppen, so Peter Giesen, müssen aus betriebswirtschaftlichen Gründen auf allen Strecken einsetzbar sein. Was dazu führe, dass ein Linienbus zu bestimmten Tageszeiten mit nur sehr wenigen Fahrgästen unterwegs sei. Aber die Anschaffung kleinerer Fahrzeuge für Linien mit wenig Auslastung lohne sich nicht. Anrufsammeltaxis oder Bürgerbusse seien die bessere Lösung. Durch den Einsatz von Taxi-Bussen wie in Moers-Vinn werde „das Gesamtsystem wirtschaftlicher“, erklärt der Niag-Vorstand.

Der Wahlspruch des Unternehmens „Wir sorgen für Mobilität“ bedeute denn auch, sich auf die Veränderungen einzustellen: „Es ist durchaus möglich, dass der ÖPNV nur noch auf zentralen Strecken fahren wird.“ Dann aber sei es Aufgabe der Niag, die variablen Teile des Systems miteinander zu vernetzten: Linienbus, Taxi-Bus, Car-Sharing, Mietfahrräder. Der kundenfreundlichen Kombination aller Verkehrsmittel gehöre die Zukunft, so Giesen.

Und auf die augenzwinkernde Frage, ob die Vision selbstfahrender Autos nicht das Aus für den Linienbus bedeuten könne, antwortet Peter Giesen eindeutig: nein. Solange der Mensch hinter dem Lenkrad sitze, wolle er auch selber fahren – das werde sich innerhalb der nächsten Generationen sicher nicht ändern, glaubt er.