Neukirchen-Vluyns Bürgermeister will den großen Auftritt

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Was wir bereits wissen
Eine offizielle Erklärung über Lenßens Kandidatur zur Bürgermeisterwahl gibt es erst am Freitag – gemeinsam mit der CDU.

Neukirchen-Vluyn..  Harald Lenßen soll erneut für die Bürgermeisterwahl am 13. September kandidieren. Dies ist der Wunsch des Vorstandes der Neukirchen-Vluyner CDU an ihren Parteifreund auf dem Chefsessel im Rathaus. Lenßen selbst wollte sich am Dienstag nicht konkret äußern. Seine Entscheidung dürfte gleichwohl gefallen sein, denn der 54-Jährige plant den großen Auftritt: Am Freitag will er sich in einer Pressekonferenz erklären – gemeinsam mit der CDU. Nichts anderes als Lenßens offizielle Ankündigung seiner Kandidatur ist zu erwarten.

Bei der Vorstandssitzung der Christdemokraten war Harald Lenßen nicht anwesend: „Ich wollte, dass die Partei frei diskutiert und entscheidet“, erklärte der Bürgermeister auf Anfrage und räumte ein, auf dieses Ergebnis „gehofft und es erwartet“ zu haben. Und: „Dass der Beschluss einstimmig gefasst worden ist, freut mich enorm.“

Der erste Satz der CDU-Presseerklärung liest sich bereits wie ein Wahlkampfmotto: „Harald Lenßen tut Neukirchen-Vluyn gut“, formuliert da Parteichef Heiko Haaz. Die Stadt befinde sich mit ihm auf einem guten Weg, viele Projekte seien auf den Weg gebracht oder bereits umgesetzt worden. Als Beispiele nennen die Christdemokraten die Gründung der Gesamtschule, die Zunahme von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, die angeschobene Stärkung der Nahversorgungsfunktion im Dorf Neukirchen, der Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten und die Entwicklung von Niederberg.

„Harald Lenßen hat neben nachgewiesener Sachkenntnis auch große soziale Kompetenz“, hebt Haaz hervor. In Zeiten knapper Kassen sei dies eine zentrale Eigenschaft für einen Bürgermeister, um eine Stadtgesellschaft voranzubringen. Daneben habe Lenßen Ausdauer, Standhaftigkeit und Fleiß nachgewiesen. Die endgültige Nominierung ist Sache einer CDU-Mitgliederversammlung Ende Februar.

Harald Lenßen, bis zum Wechsel ins Rathaus Leiter der Sparkassenfiliale Vluyn, ist seit 2009 Bürgermeister. Am 30. August wurde der CDU-Politiker mit 45,3% der Stimmen zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Anders als seine Amtskollegen beispielsweise in Moers und Kamp-Lintfort wollte Lenßen seine sechsjährige Amtsperiode zu Ende bringen und die Bürgermeisterwahl nicht mit der Ratswahl 2014 – also ein Jahr vorher – verbinden.

Wird’s ein Zweikampf?

Er selbst begründete dies stets damit, dass er damals seine selbst gesteckten Ziele noch nicht erfüllt habe. Kritiker warfen ihm dagegen vor, dass er zeitlichen Abstand von einigen Tiefpunkten seiner Amtszeit – Schließung der Kulturhalle, Abwahl des Technischen Beigeordneten Eccarius – gewinnen wollte.

Bislang steht lediglich fest, dass der Amtsinhaber im Wahlkampf einen SPD-Mann zum Gegner bekommen wird: Die Sozialdemokraten haben ihren Fraktionsvorsitzenden Jochen Gottke zum Kandidaten ausgerufen. Gottke hatte 2009 als einer von vier Bewerbern 40,1 Prozent der Stimmen geholt. Wie viele Politiker im September antreten werden, ist ungewiss. Grüne, NV Auf geht’s und Piraten wollen in Kürze entscheiden, ob sie eigene Kandidaten ins Rennen schicken oder Wahlempfehlungen für Bewerber anderer Parteien aussprechen. Für die FDP wird sich definitiv niemand zur Wahl stellen. Ungeklärt ist, ob die Liberalen einen anderen Kandidaten unterstützen.