Neukirchen-Vluyn: Start mit der Kirchen-Sanierung

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Die evangelische Gemeinde in Neukirchen hat viel vor: Erst wird die Dorfkirche saniert, dann geht es an das Pfarr- und an das Gemeindehaus.

Neukirchen-Vluyn..  Der evangelischen Kirchengemeinde in Neukirchen stehen wegweisende Zeiten bevor. Die Gebäudestrukturanalyse ist gemacht, jetzt geht es an die praktische Umsetzung. Los geht es mit der Dorfkirche, voraussichtlich am 1. Juni. Eine Sanierung ist dringend notwendig. Die Kirche stehe halb diagonal zum Abbau, sagt Pastor Wolfgang Herrmann. Das Gebäude sei an einer Seite gesunken, das habe zu Zerrungen geführt. Nun gibt es Risse im Mauerwerk.

Man habe „lange mit ‘dem Bergwerk’ verhandelt“, sagt der Pastor für den Dorf-Bezirk. Das Resultat: „Die senkrechten Risse machen die auf alle Fälle.“ Bei den diagonalen Rissen habe man eine Einigung gefunden.

Es sei auch Wasser durch die gemauerten Fundamente nach oben gekommen. Herrmann: „Wir wollen vermeiden, dass Feuchtigkeit aus dem Boden aufsteigt.“ Also muss auch der Sockel saniert werden. Das sei eine denkmalschützende Maßnahme, betont der Pastor. Ein entsprechender Antrag für Fördergelder bei der Bezirksregierung sei eingereicht. Dazu kommen notwendige Arbeiten an der Heizungsanlage, die offenbar für diese Art Gebäude überhaupt nicht tauglich ist.

„Dann haben wir überlegen müssen: Wie gehen wir mit der Kirche um“, erklärt Pastor Herrmann. An der Stelle wirken sich die weiteren Strukturprobleme aus. Mittelfristig wird sich die Gemeinde von ihrem Gemeindehaus an der Hochstraße verabschieden. Das alte Pfarrhaus an der Bruchstraße soll abgerissen werden, an der Stelle möchte die Gemeinde dann ein kleineres Gemeindezentrum bauen, führt Frank Hartmann, Pastor aus dem Bezirk Süd und Vorsitzender des Presbyteriums, weiter aus. Eine Bauvoranfrage bei der Stadtverwaltung sei gestellt.

„Die Sanierung wäre sehr teuer“, sagt Hartmann. Das Grundstück, auf dem das derzeitige Gemeindehaus steht, soll für Wohnbebauung vermarktet werden. Ob die Fläche verkauft werde oder als Erbpacht angeboten wird, werde noch diskutiert, bedeutet Pfarrer Hartmann.

Diese Überlegungen haben auch Auswirkungen auf die Nutzung der Dorfkirche, die künftig multifunktional nutzbar sein soll. Beispielsweise für Adventsnachmittage, bei denen mehr als 100 Menschen kommen, oder auch für das Marktfrühstück. „Da haben wir mit 25 Leuten angefangen, jetzt kommen 100“, freut sich Dorf-Pastor Wolfgang Herrmann. Die Toiletten werden modernisiert, in den Vorraum wird eine Behinderten-Toilette eingebaut. Zudem soll eine kleine Teeküche im Turmzimmer entstehen. Wie Pastor Herrmann weiter ausführt, soll unter dem nördlichen Teil der Empore Stauraum für Sachen wie Tische, Stühle, den Sargwagen und ähnliches entstehen.

Herrmann: „Jetzt werden Preise eruiert.“ Dann müsse man gucken, was sich die Gemeinde leisten kann. Die Dorfkirche wird für ein halbes Jahr geschlossen. Wie Pastor Frank Hartmann sagt, soll auch die Friedenskirche aufgegeben werden. Die Gemeinde will aber an zwei Standorten – im Dorf und im Süden – festhalten.

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