Neukirchen-Vluyn: Durchgang „Am Schmitzfeld“ soll bleiben

Noch ist die Absperrung ein Provisorium
Noch ist die Absperrung ein Provisorium
Foto: Ulla Michels
Was wir bereits wissen
Anwohner kritisiert Vorgehen der Beschwerdeführer. Politik entscheidet endgültig im März.

Neukirchen-Vluyn..  Klaus Besselmann gibt nicht auf. Mit der Sperrung des Fußweges am Ende des Wendehammers „Am Schmitzfeld“ in Vluyn möchte er sich nicht abfinden. Nachvollziehen kann er das Vorgehen an der Stelle schon mal gar nicht und wirft Teilen der Politik vor, sich im Vorfeld nicht ausreichend über die Situation am Ort informiert zu haben.

Die Stadt hatte im Herbst des vergangenen Jahres eine Warnbake mit schwerer Befestigung aufgestellt, nachdem der Ausschuss für Stadtentwicklung entschieden hatte, dass die „Fuß- und Radwegeverbindung unmittelbar am Wendehammer“ zu schließen sei.

Da gehen auch andere lang

Acht von 17 Ausschussmitgliedern waren seinerzeit bei sieben Enthaltungen der Beschwerde von Anwohnern aus dem Bereich „Am Schmitzfeld“ gefolgt. Diese hatten neben baurechtlichen Argumenten unter anderem beklagt, dass Eltern mit „teils stark alkoholisierten ausländischen Mitbürgern“ konfrontiert seien. Auch bliebe viel Müll zurück, insbesondere auf dem Spielplatz würde der Unrat von aufmerksamen Eltern entsorgt, auch Diebstähle seien an der Tagesordnung, hieß es seinerzeit in der Vorlage zur besagten Sitzung.

„Also ich fühle mich nicht belästigt“, sagt Klaus Besselmann, der am Terniepenweg wohnt und somit ebenso auf der Strecke derer, die mutmaßlich den besagten Fußweg benutzen. „Diesen Weg benutzen die Leute, um von hier in den Ort zu gehen“, erklärt Besselmann, der dort selbst häufig mit seinem Dackel Flönz spazieren geht.

Gerade erst habe er mit einer 79-jährigen unmittelbaren Anwohnerin gesprochen. Besselmann zeigt einen Brief, den die Seniorin an die Stadt geschrieben hat. „Durch Ihre Entscheidung, den Durchgang Schmitzfeldweg zu sperren, wird mir ein Stück Lebensqualität genommen“, schreibt die 79-Jährige. Ihre erste Erfahrung mit der Sperrung habe sie gemacht, als sie vom Einkaufen zurückgekommen sei, den Korb mit Lebensmitteln von ihrem Rollator abnehmen musste und den Rollator zusammenklappen, um sich dann irgendwie an der Bake vorbeizuzwängen.

Im März wird diskutiert

Kleine Notiz am Rande: Für den Durchgang hat die Frau wohl einen Teil ihres Grundstücks zur Verfügung gestellt. Und nun soll der komplett dicht gemacht werden. Für Klaus Besselmann ist das alles ein Unding. Immerhin nutzten auch andere Bürger den Durchgang, nicht nur alkoholisierte, meint er. Für ihn ist das Vorgehen der Beschwerdeführer „anmaßend“, „es sei denn, ihnen gehört die Lineg, der Weg oder das Grundstück, oder sie haben eine entsprechende Vollmacht von der Lineg“. Das hat er der Stadtverwaltung auch so mitgeteilt. Mittlerweile sei er zum Experten geworden, sagt Besselmann und schmunzelt ein wenig. Derweil dackelt Flönz langsam unter den provisorischen Zaunelementen durch nach Hause. Im März kommt das Thema wieder auf den Tisch der Politik. „Im Stadtentwicklungsausschuss wird der Politik die Änderung des B-Planes vorgestellt“, erklärt Stadtsprecher Frank Grusen. Dann muss die Politik über das abschließende Verfahren entscheiden.

Im Zweifelsfall wird die provisorische Sperre entfernt und der Weg wird richtig dicht gemacht. Stadtsprecher Grusen: „Das würde eine langfristige Lösung sein, da werden nicht nur zwei Pöller aufgestellt.“