Neukirchen-Vluyn: Die Dorfkirche wird jetzt saniert

Architekt Peter Probst und Pfarrer Dr. Frank Hartmann (Vorsitzende des Presbyteriums).
Architekt Peter Probst und Pfarrer Dr. Frank Hartmann (Vorsitzende des Presbyteriums).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Sanierung der Dorfkirche im Ortskern Neukirchens hat begonnen. Die Arbeiten sollen etwa fünf Monate dauern. Die Empore ist schon abmontiert.

Neukirchen-Vluyn..  Die Empore ist weg, die Orgel abgedeckt, die Stühle sind raus. Überall liegen Werkzeuge und Baumaterialien auf dem Boden herum. Wer derzeit einen Blick in die Neukirchener Dorfkirche wirft, sieht: Hier wird kräftig gewerkelt. Am Montag haben die Arbeiter begonnen, die Empore abzubauen, ein Ensemble aus Stahl und lasiertem Holz. „Jetzt sieht man erst mal, dass die Kirche fast quadratisch ist“, ruft Peter Probst aus.

Der Architekt aus Duisburg ist mit der Sanierung des Gotteshauses beauftragt, es ist mittlerweile die 16. Kirche, die der Ingenieur frisch machen soll. Dennoch ist es für ihn immer noch etwas Besonderes, in einem Kirchengebäude zu arbeiten.

Neuer Anstrich

Erste Aufgabe: Die Risse im Mauerwerk zumachen, die dadurch entstanden sind, dass das Gebäude an einer Seite abgesunken ist. Etwa 200 Meter Risse seien zu reparieren. Klingt viel, aber Architekt Probst kennt Kirchen, in denen es 800 Meter waren. In die Risse werden Edelstahlspiralstäbe eingesetzt, durch angefügte Trichter wird eine Emulsion in die Risse gefügt, kurz gesagt.

Sobald die Risse repariert sind, rücken die Maler an, um dem Kirchenraum einen neuen Anstrich zu verpassen. „Die Farbfassungen werden mit der Unteren Denkmalbehörde abgesprochen“, sagt Architekt Peter Probst. Das gilt auch für die Umrandungen der Fenster.

„Wir werden großflächige Muster machen“, kündigt Probst an. Damit die Gemeinde sich ein Bild davon machen kann, wie es aussehen könnte. Es soll sich alles hübsch einfügen. „Wir werden die Kirche nicht blau anstreichen“, betont er.

Auch die vier weiß gestrichenen Säulen im Kirchenschiff werden eine Frischekur bekommen. Überraschenderweise sind die nicht gemauert, sondern bestehen wie das Gewölbe im Haupt- und Nebenschiff aus Holz. Das soll später wieder deutlich erkennbar sein. Gleiches gilt für die vier Halbsäulen an den Wänden.

Der dunkle Schieferboden soll bleiben, weil er noch gut erhalten ist. Abgesehen davon dürfte ein Austausch ziemlich teuer sein. Also werden die Schieferplatten jetzt gut abgedeckt, damit die Gerüstbauer das Gerüst aufstellen können.

Nächste Baustelle: der Raum im Eingangsbereich. Früher sei der als Versammlungsraum genutzt worden, sagt Pastor Frank Hartmann, der den Bezirk vor drei Wochen übernommen hat. Danach wurde die Fläche als Abstellraum genutzt. Jetzt soll dort eine Teeküche eingebaut werden mit einem Familienzimmer, das ein wenig in das Kirchenschiff hineinragen und mit einer Glaswand versehen werden soll.

Sehr praktisch für Eltern, deren Kinder im Gottesdienst quengelig werden, sie können ins Familienzimmer ausweichen, die Kurzen können dort krabbeln und die Eltern bekommen trotzdem noch etwas vom Gottesdienst mit.

Neue Toilette

Daneben wird ein Behinderten-WC gebaut. Die sanitären Anlagen, die bisher vorhanden sind, werden saniert mit neuen Fliesen und neuen sanitären Objekten, wie Peter Probst sagt. Schließlich werden die Pendelleuchten im Kirchenschiff ersetzt. Angedacht ist eine LED-gestützte Beleuchtung mit einem Steuerungsprogramm, mit dem Lichtszenarien erzeugt werden können.

Unterm Strich kostet die Sanierung rund 470 000 Euro. Wegen der Bergschäden gibt es eine finanzielle Unterstützung von der RAG. Der Architekt rechnet mit einer Bauzeit von fünf Monaten. Die Kirchengemeinde hat zudem den Abriss des Pfarrhauses im Blick. Ein Architektenwettbewerb werde jetzt beschlossen, sagt Pastor Hartmann.