Neuer Orthopädie-Chef am Kamp-Lintforter Bernhard-Hospital

Dr. Martin Grummel am Krankenbett. Patientin Hilde Wissing bekam letzte Woche ein neues Kniegelenk.
Dr. Martin Grummel am Krankenbett. Patientin Hilde Wissing bekam letzte Woche ein neues Kniegelenk.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dr. Martin Grummel ist seit einer Woche in Kamp-Lintfort im St. Bernhard Krankenhaus und hat auch schon operiert. Auch Knie und Hüfte sind sein Fachgebiet.

Kamp-Lintfort.. Eine ganze Menge hat sich der neue Chef der Orthopädischen Klinik I am Krankenhaus St. Bernhard vorgenommen. Dr. Martin Grummel (44) ist seit gut einer Woche an seinem neuen Arbeitsplatz – und hat auch schon eine Patientin an der Wirbelsäule operiert. „Sie hatte Ausfallerscheinungen im Bein, was wir als rote Flagge bezeichnen,“ schildert der Mediziner den Notfall. Neben den Wirbelsäulen-OPs gehören auch die Knie- und Hüftprothetik zu seinen Fachgebieten. Auch endoskopische Eingriffe beispielsweise am Knie, Kreuzbandplastiken, Meniskus- und Knorpelchirurgie sind Spezialgebiete des Chefarztes.

Die Stelle war rund ein Jahr frei. „Wir waren vor etwa zwölf Monaten ziemlich überrascht, als Professor Wallny uns verließ, um sich zu verändern“, berichtet Geschäftsführer Ottmar Köck, der zusammen mit dem kaufmännischen Direktor Josef Lübbers den neuen Chefarzt vorstellt. Und gerade weil es sich bei der Orthopädischen Klinik in St. Bernhard um eine Abteilung mit überregionalem Ruf handele, habe man nach dem richtigen Nachfolger gesucht. „Zumal wir mit Oberarzt Drs. Robertus van’t Hullenaar einen hervorragenden kommissarischen Leiter hatten.“

In leitender Funktion

Dr. Grummel kommt vom Essener Alfried-Krupp-Krankenhaus, wo er bereits drei Jahre Oberarzt in leitender Funktion und Senior-Hauptoperateur war. Dort ist die Endoprothetik einer der Schwerpunkte. Der neue Chefarzt will allem voran in Lintfort ein Endoprothesen-Zentrum aufbauen. Das Lintforter Haus habe in der Region eine Art Leuchtturmfunktion und sei schon von seinen beiden Vorgängern her sehr gut aufgestellt gewesen. Mit allein 800 Knie- und Hüftoperationen im Jahr biete sich der Ausbau zu einem Endoprothetik-Zentrum an – weshalb er dies auch als erstes großes Ziel in Kamp-Lintfort anstrebe.

Daneben will sich Martin Grummel auch im Bereich des Wirbelsäulenregisters der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft engagieren, wo Daten und Fakten von operierten Patienten gesammelt werden, um Therapien zu verbessern. Fernziel sei auch ein Wirbelsäulenzentrum in St. Bernhard, was aber bislang noch kein geschützter Begriff sei. Darüber hinaus sei der Bereich der Sportmedizin, zu dem unter anderem Endoskopien gehörten, ebenfalls ausbaufähig, so Grummel.

Auf die Zusammenarbeit mit der Orthopädischen Klinik II, deren Fachbereiche Chefarzt Dr. Florian Danckwerth und Dr. Nolden abdecken, legt der neue Chef großen Wert. Was auch Vorteile für die Patienten biete. Beispielsweise würden, bevor er als Chirurg zum Einsatz komme, alle Möglichkeiten der Bewegungs- und medikamentösen Therapien in der Klinik II ausgeschöpft und in gemeinsamen Konferenzen besprochen. Was auch vorschnelle OPs ausschließe, über die die Medien derzeit vielfach kritisch berichteten.

Joggen und Radeln

Dr. Martin Grummel lebt in Essen, er ist verheiratet und hat zwei Töchter. „Ich bin ein absoluter Familienmensch, wenn die Familie zufrieden ist, ist das das größte Glück für mich.“ Daneben liebt er das Joggen, Spinning-Training und die Musik.