Neue Reihe zum Abendland

Moers..  Die Volkshochschule Moers – Kamp-Lintfort widmet sich im Rahmen des Semesterthemas „Osten“ in einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe dem Phänomen der Entfremdung und seiner Wurzeln. Seit dem Aufkommen von Pegida ist von einem Abendland die Rede, das es gegen Islamisierung oder andere vermeintlich bedrohliche kulturelle Einflüsse zu verteidigen gelte. Doch schon früher wurden Orient und Okzident als Gegensätze wahrgenommen, sagt die VHS. Das passe aber nicht in die Zeit einer zusammenwachsenden Welt und lasse die gemeinsame Geschichte außer Acht. In Vorträgen, Workshops und Kursen lenkt die VHS den Blick auf die Geistes- und Religionsgeschichte.

Die Reihe beginnt am Donnerstag, 26. Februar, mit einem Vortrag von Günter Semmler über Geschichte und Erscheinungsformen des politischen Islam. Dieser erfuhr seinen Aufstieg auch durch die Erfahrungen mit dem europäischen Kolonialismus. Das Seminar „Das British Empire und die Welt von heute“ ab dem 2. März untersucht die Bedeutung des Islam für Ideen und Konflikte der Gegenwart. Dr. Sandra Wynands unterrichtete bereits an der Zayed Universität Dubai. Welchen Anteil der Orient an der Entwicklung der Idee eines säkularisierten und aufgeklärten „Abendlandes“ hatte, damit beschäftigt sich der dreitägige Workshop „Ex Oriente Lux“ des Würzburger Sozialwissenschaftlers Götz Kolle ab 21. März.

Der vierte Baustein am 13. Juni ist ein von der Kommunikationstrainerin Nancy Rienow geleiteter Selbsterfahrungs-Workshop zur kulturellen Sensibilisierung. Die an der Uni Bonn lehrende Religionswissenschaftlerin Celiné Grünhagen beendet mit dem Vortrag „Im Osten geht die Sonne auf“ die Veranstaltungsreihe. Infos: www.vhs-moers.de. Anmeldung: 02841/ 201-565.