Neue Pläne für das Utforter Rathaus

So soll es mal aussehen am Utforter Rathaus.
So soll es mal aussehen am Utforter Rathaus.
Foto: Dintinger
Was wir bereits wissen
Die Moerser Unternehmensgruppe Zumwinkel will das Gebäude kaufen und Sozialwohnungen bauen. Der Bauausschuss berät am 2. Februar.

Moers..  Es schien eine unendliche Geschichte zu werden. Seit Jahren versucht die Stadt, das ehemalige Utforter Rathaus zu vermarkten. Eine ganze Reihe von Investoren stellte sich vor – und winkte bald darauf wieder ab. Währenddessen gammelte die ehrwürdige Immobilie an der Rheinberger Straße vor sich hin. Sogar ihr Abriss wurde nicht mehr ausgeschlossen. Jetzt bahnt sich doch noch eine Lösung an – und eine gute dazu. Eine Gesellschaft der Moerser Unternehmensgruppe Zumwinkel ist fest entschlossen, das ehemalige Rathaus zu kaufen. An seiner Stelle sollen gut 70 Sozialwohnungen entstehen.

Das Zustandekommen des Geschäftes hängt noch von zwei Bedingungen ab. Zum einen muss das NRW-Wohnungsförderungsamt den Bau der Sozialwohnungen fördern. Zum zweiten muss die Politik entscheiden. Am 2. Februar wird der Bauausschuss des Rates in nicht-öffentlicher Sitzung darüber diskutieren. Alles andere als Zustimmung wäre freilich eine Überraschung, zumal Zumwinkel der Stadt 320 000 Euro für Gebäude und Grundstücke überweisen würde. Die Verwaltung jedenfalls empfiehlt den Fraktionen die Zustimmung zum Vertrag.

Sämtliche Pläne für insgesamt 5000 Quadratmeter Wohnraum stammen von dem in Moers bekannten Jochem Bellinger. Der Architekt plant aber nicht nur Sanierung und Umbau des denkmalgeschützten Hauses. Das Gebäude soll einen Anbau erhalten. Darüber hinaus soll links neben der Bestandsimmobilie ein dreieinhalbgeschossiger Neubau entstehen. Vorgesehen sind außerdem ein Spielplatz und etwa 70 Parkplätze für die Bewohner inklusive einer Tiefgarage. Über Aufzüge werden alle Etagen barrierefrei erreichbar sein. Insgesamt sei die Planung darauf ausgerichtet, so Architekt Jochem Bellinger, dass das im Jahr 1912 fertiggestellte Haus seinen prägenden Charakter für den Standort behält.

Michael Stracke, Geschäftsführer von Zumwinkel-Immobilien, rechnet nicht damit, dass in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Wie hoch die Mieten sein werden, kann Stracke noch nicht exakt sagen. Er verweist aber auf ein anderes Zumwinkel-Projekt an der Römerstraße. Dort hat das Unternehmen soeben 26 Sozialwohnungen errichtet. Die Miete dort liegt bei 5,15 Euro pro Quadratmeter.

Die Stadt sieht hohen Bedarf für geförderten Wohnraum in Moers. 465 Haushalte sind dort im Moment als wohnungssuchend registriert. Nachgefragt sind insbesondere Wohnungen für Singles und Zwei-Personen-Haushalte.