Neue Kunst in der alten Wurstküche

Neukirchen-Vluyn..  Der Raum hat die Berliner Künstlerin Christine Scherrer und Wolfgang van Ackeren aus Duisburg sofort in den Bann gezogen: In der ehemaligen Wurstküche der geschlossenen Metzgerei Mevissen hängen noch die Fleischerhaken von der Decke, die Bottiche zum Wurstkochen stehen noch da, die Räucherkammer verbreitet noch immer ihren typischen Geruch. Bis Ende nächster Woche wird die Künstlerin diesen immer noch authentischen Arbeitsraum verwandelt haben. „Es ist ein stiller Raum. Wobei es auch um den Schmerz geht, der im Außenbereich wieder freigelassen werden soll“, schildert sie. Schatten seien dabei ein großes Thema. Einige Bahnen schwarzen Seidenpapiers deuten schon an, wie sich das Projekt „Garteninstallation mit Stille-Raum“ entwickeln wird, bei dem schon jetzt das Zuschauen von Interessierten erwünscht ist.

Die Installation in Neukirchen entsteht im Rahmen der zweiten Auflage des Projekts „Stadt, Land, Fluss, Kultur“ des Ruhrorter Kulturvereins „Lokal Harmonie“. Dabei begegnen sich Künstler verschiedenster Metiers an verschiedenen Orten und Residenzen am Niederrhein. „Das ist ja das Schöne an Duisburg, dass es gleichzeitig Ruhrgebiet und Niederrhein ist“, meint Wolfgang van Ackeren, selbst als Komponist tätig und beim Projekt dabei. Mitwirken werden auch drei weitere Künstler in Residence. Wichtiger Aspekt sei auch die Trauer um die endgültige Schließung des Geschäftes an der Hochstraße 14 – dem Ende einer Familientradition im Dorf.

An Kooperation interessiert

Das Kunstprojekt kommt daher auch der Stadt gelegen: „Wir sind grundsätzlich an Kooperationen interessiert, die das Dorf ja auch bereichern. Die Stadt beteiligt sich finanziell, doch alleine könnten wir ein solches Projekt nicht stemmen“, bekundet Ulrike Reichelt vom Kulturamt. So seien Einblicke in die Entwicklung des Stille-Raums auch bereits am 20. Juni bei der „Straßengalerie“ erwünscht.