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Neubau ist umstritten

26.01.2012 | 17:26 Uhr
Neubau ist umstritten
/ WAZ FotoPool

Moers.Wenn am Montag, 16 Uhr, der Schulausschuss in der neuen Justus-von-Liebig-Schule tagt, geht es unter anderem um umstrittene Baupläne.

Statt Eschenburg- und Annaschule zu sanieren wie ursprünglich geplant, wird derzeit ein Grundschulneubau auf einem städtischen Gelände nördlich des Asberger Sportplatzes diskutiert. Dann würden die alten Grundschulen abgerissen und die Grundstücke neu vermarktet.

Nach ersten Berechnungen der Verwaltung würde ein Neubau 8,8 Millionen Euro kosten. Abzüglich des errechneten Vermarktungswertes von 2,7 Millionen Euro blieben Kosten von 6,1 Millionen Euro für den Neubau. Die Sanierung beider Schulen im Rahmen des Prosa-Programmes würde 8,1 Millionen Euro kosten. Einer der vielen Knackpunkte: Ein Grundschulneubau könnte nicht über Prosa finanziert werden, sondern müsste über den städtischen Haushalt erfolgen. Das klingt dieser Tage eher befremdlich. Dazu Stadtsprecher Klaus Janczyk: „Das ist natürlich keine Geschichte, die heute oder morgen realisiert werden kann. Aber dass eine Stadt, die im Nothaushalt ist, alle investiven Tätigkeiten einstellt, ist auch nicht im Sinne des Erfinders.“

Die Finanzierung ist aber nicht die einzige offene Flanke. Denn vor allem in MaJo--Viertel kann man sich nicht so recht mit einem Neubau anfreunden. Die Schulkonferenz der GGS Annastraße hat sich bereits dagegen ausgesprochen. Die Schule sehe ihre bisherige pädagogische und soziale Arbeit gefährdet, heißt es in einer Stellungnahme. Und weiter: „Die Schule sieht sich als Teil eines sozialen Netzwerkes, das es zu erhalten gilt.“ Fachleuten gilt die Schule auch als als wesentlicher Stabilitätsfaktor in dem einstigen Problemviertel, das in den letzten Jahren auch dank zahlreicher Initiativen in ruhigere Fahrwasser gekommen ist. So argumentiert auch der Fachbereich Jugend, eine Standortverlagerung gefährde die bestehenden sozialen Strukturen des MaJo-Viertels.

Linke-Chefin Gabriele Kaenders hat bereits den Widerstand ihrer Fraktion im Ausschuss angekündigt: „Beide Schulen sagen, dass das Vorhaben problematisch sei. Aber die kritischste Frage ist die Vermarktung der Grundstücke. Da gibt es aus meiner Sicht einen großen Unsicherheitsfaktor.“ Eine Wohnbebauung auf dem Gelände der Eschenburgschule sei denkbar, anders stelle sich die Situation für die Annaschule neben dem SCI-Nachbarschaftshaus dar. Das Gelände finanziell erfolgreich zu vermarkten halte sie für problematisch, so Kaenders.

Gegenwind erwartet Schuldezernent Rötters auch in Sachen Zügigkeitsbeschränkung für die Gymnasien. Die Berechnung der Zügigkeit im Schulentwicklungsplan basierte auf dem so genannten Raummusterprogramm des Landes. Das aber, so Gabriele Kaenders, sei laut einer von ihr eingeholten Auskunft der Bezirksregierung Düsseldorf gar nicht mehr bindend.

Gabi Gies

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Kommentare
27.01.2012
10:59
Neubau ist umstritten
von rudizehner | #1


Kann bitte endlich jemand den Traumtänzern der Ampel erklären, was eine leere Kasse ist? Ja, sie bestätigen, dass kein Geld mehr da ist, verheizen aber munter weiter nicht vorhandene Steuermillionen. Wie ignorant kann man nur sein?

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