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Städtebau

Musikschule soll ins Alte Rathaus

29.09.2009 | 07:00 Uhr
Musikschule soll ins Alte Rathaus

Kamp-Lintfort. Auch die Junge Union würde einen Wandel vom ehemaligen Lintforter Verwaltungsbau zum Jugendkulturzentrum begrüßen. Neben der Musikschule sollen Awo-Kindergarten, Kaliber und Streetworker hier wohnen.

Dass sich das Alte Rathaus in Richtung Jugendkulturzentrum wandeln soll, das begrüßt die Junge Union. Im Einklang mit der Verwaltung spricht sich JU-Vorsitzender Nick Kriegeskotte für einen Umzug der Musikschule in das stattliche Gebäude an der Moerser Straße aus. Dabei weist er darauf hin, dass die Aktivitäten zur musikalischen Förderung immer häufiger mit dem Bedarf der Niederrhein-Schule für den Offenen Ganztag kollidieren.

Das wird auch im Rathaus so gesehen. Weniger begeistert ist die JU darüber, dass die Ballettschule nach den Empfehlungen der Verwaltung, mit denen sich morgen der Schul-, Kultur- und Sportausschuss sowie der Jugendhilfeausschuss beschäftigen, nicht umziehen, sondern am bisherigen Standort verbleiben soll.

Der erste Beigeordnete Dr. Chistoph Müllmann liefert die Begründung: Im Dachgeschoss des Alten Rathauses, wo die Musikschule eine neue Heimat finden soll, stünde lediglich ein größerer Raum zur Verfügung, der für Klassenkonzerte dienen soll. „Das ist mit dem Vorstand der Musikschule so besprochen.” Müllmann meint, dass die zur Musikschule gehörende Ballettabteilung – wie bisher – in der Turnhalle der Niederrheinschule besser aufgehoben sei.

Streetworker unterm Dach

Abgesehen von zwei Räumen für die Streetworker stünde den Musiklehrern und -schülern künftig das gesamte Dachgeschoss zur Verfügung. Im Zuge der Umbau- und Sanierungsarbeiten wird's auch Veränderungen für den Awo-Kindergarten geben. Er soll nicht mehr über zwei Etagen verteilt, sondern im ersten Obergeschoss angesiedelt sein. Und im Parterre würde ka-LIBER zusätzliche Flächen erhalten. Diese soll der Verein allerdings teilweise in Verbindung mit den Streetworkern und dem Teen-Cafe´ nutzen, das bislang unterm Dach zu finden ist.

Das Nutzungskonzept, das die Verwaltung erarbeitete, sieht im Keller neben anderem mehrere Proberäume für Rock- und andere Gruppen vor. Um die Pläne umsetzen zu können, sollen das Blaue Kreuz zum Terhardtshof umziehen und die Bühne 69 sowie die Schülerhilfe der Diakonie ihre Aktivitäten in der Niederrheinschule entfalten.

Waren ursprünglich für Umbau und Sanierung 900 000 Euro veranschlagt, so legt die Verwaltung nun eine Kostenrechnung über 1,350 Millionen Euro vor. Und damit seien nicht einmal alle erforderlichen Maßnahmen zu realisieren. Die Finanzierung des Vorhabens stellt sich die Verwaltung so vor: 1,1 Millionen Euro sollen aus dem Konjunkturpaket II kommen. 50 000 Euro erhofft man sich als Investitionsförderung für Kindertageseinrichtungen. Und 200 000 Euro möchte die Musikschule über Sponsoring und Eigenmitteln und -leistungen beitragen.

Ulrich Ernenputsch

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