Musikerin Tossia Corman - Von Amsterdam nach Moers

Tossia Corman lebt für die Musik.
Tossia Corman lebt für die Musik.
Foto: Volker Herold/ Funke Foto Services
Ihre Leidenschaft für Jazz-Musik hat sie weit gebracht. Aber jetzt arbeitet Tossia Corman an der Basis: in einem Jugend- und Kulturzentrum in Moers.

Moers.. Tossia Corman ist jetzt 30. Ihre Leidenschaft für die Musik hat sie weit gebracht. Düsseldorf, Osnabrück, Amsterdam und seit Kurzem Moers sind die Stationen ihres Lebens – bisher. Selbst wenn sie es gewollt hätte: aus dem Weg gehen konnte sie dieser Leidenschaft nicht. Die Partitur ihres Lebens ist so geschrieben, dass Musik im Mittelpunkt steht. Vater Georg, nur zum Beispiel, ist ein bekannter Düsseldorfer Jazzpianist und mit seiner Band „Salsa Picante“ seit Jahrzehnten unterwegs. Mutter Michaela ist Sozialpädagogin, hat aber durchaus eine musikalische Ader. Vor zehn Jahren haben die Cormans in Düsseldorf-Oberbilk ihre Musikschule mit dem Namen Dreiklang eröffnet.

Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie Tossia Corman, ihr Bruder und ihre zwei Schwestern aufgewachsen ist. „Ich spiele Klavier, seit ich denken kann und im Keller probte oft die Band meines Vaters“, sagt Tossia. Druck? Nein Druck haben die Eltern nie ausgeübt, um ihre Tochter für die Musik zu begeistern. Diese Welt hat sich Tossia Corman selbst erobert, mit Zielstrebigkeit, Leichtigkeit und mit Willen: „Auf den Gesangsunterricht habe ich mich jede Woche gefreut.“

Gefreut haben dürfte sich auch die Big Band des Fliedner-Gymnasiums in Düsseldorf, an dem Tossia ihr Abitur gemacht hat. Für die Band hat sie gesungen, was die musikalische Darbietung nicht geschmälert haben dürfte, eher im Gegenteil. Was dann folgt, mag man konsequent oder logisch nennen, in jedem Fall war es der richtige Schritt, nach Osnabrück zu gehen und Jazzgesang und Vokalpädagogik zu studieren. Den Kontakt nach Düsseldorf hat sie gehalten. Das Konzert zum Examen fand nicht irgendwo, sondern in der Jazzschmiede in ihrer Heimatstadt statt.

Vielleicht wollte es ja das Schicksal, dass sich kurz vor dem Konzert Probleme mit der Band ergaben. So fanden sich zum Konzert Musiker ein, die ein paar Tage vor dem Auftritt noch nichts von ihrem Glück wussten. Das eilig zusammengetrommelte Jazz-Ensemble war kein Nachteil für Tossia Corman: ein Examen mit der Note 1,0 ist nicht alltäglich. Mehr noch: die geglückte Vorstellung beim Examenskonzert war die Geburtsstunde einer Band, die bis heute existiert und gerade das zweite Album vorbereitet.

Dazwischen liegen ein paar Jahre in Amsterdam, die für Tossia Corman und ihre Band reich an Arbeit und Erfahrungen waren. Auf Tour sind die Jazzmusiker gegangen, als Musiklehrerin hat Tossia gearbeitet und für andere Bands Konzerte organisiert. Und: „Ich habe dort Musiker aus aller Welt kennengelernt, das war inspirierend.“ Trotzdem hat sie die Entscheidung getroffen, zurückzukehren in die Heimat – eine bewusste Entscheidung, wie sie heute sagt: „Irgendwann habe ich gemerkt, dass die Musik nicht mehr im Mittelpunkt stand und ich wollte diesen Preis nicht bezahlen.“ Hinzu kam, dass Mitglieder der Band nach dem Studium Amsterdam verließen.

Ein halbes Jahr hat sie dann in Düsseldorf im Zakk gearbeitet und dort viel über Öffentlichkeitsarbeit gelernt. Seit Anfang April kann sie die Kenntnisse in Moers im Bollwerk 107, einem Zentrum für Jugend und Kultur anwenden. Dazu hat sie die Öffentlichkeitsarbeit für das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Comeday Arts Festival übernommen. Für Tossia Corman, das steht fest, wird die Musik ein Schwerpunkt ihres Lebens bleiben – die Musik, die ihr soviel gegeben hat und der sie auch etwas zurückgeben möchte.

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