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Mundartnachmittag: Da sind wir platt

01.02.2010 | 16:47 Uhr

Neukirchen-Vluyn. „Os Houp-Gerech war fröer Krut”, erklärte Heinz Marten in seinem „Vertellstöcksken” dem Publikum. Zum Auftakt der Local Heroes Woche hatten die beiden Heimat- und Verkehrsvereine Vluyn und Neukirchen am Sonntag zum ersten Mal gemeinsam zu einem Mundart-Nachmittag eingeladen.

Die 370 Plätze in der Kulturhalle Neukirchen-Vluyn waren bereits eine Woche im voraus ausverkauft.

Und was sind „Olichskükskes”?

Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts gehörte die lokale Mundart zum alltäglichen Sprachgebrauch. Heute ist sie nur noch bei plattdeutschen Abenden oder in Theateraufführungen zu hören. Und so war es für den einen oder anderen Zuhörer der jüngeren Generation nicht immer einfach, den Vorträgen der Heimatvereine zu folgen.

„Für Sprachwissenschaftler ist der Niederrhein überall dort, wo im alltäglichen Gebrauch Niederrheinisch gesprochen wird”, klärte Kurt Wünnemann, der durch das Programm führte, auf, „das ist nicht Hochdeutsch, aber auch nicht Platt.”

Rund um das Thema „Läwen in Nekerken on Vluyn” ging es in den Gedichten, Erzählungen und Sketchen. In einem Bühnenspiel von Gertrud Proksch und Maria Schwarzmann erfuhr das Publikum, wie man „Olichskükskes” macht. Heute würde man Krapfen sagen.

Hanni Geldermann und Anne Mühlenhoff führten das Stück „Eierhandel” auf, in dem die Bäuerin Mundart spricht und die Städterin Hochdeutsch. Eine wunderbare Gelegenheit, die beiden Sprachen in direktem Vergleich zu erleben.

Statt Kuchen gibt's Deftiges

Und als Heinz Marten das Gedicht „Min Heimat” vortrug, hatten sogar Bürgermeister Harald Lenßen und der Kulturbeauftragte Franjo Terhart Verständnisschwierigkeiten. Gut, wer die Mundart noch beherrscht oder von den Großeltern her kennt.

Abgerundet wurde das Programm durch eine „Niederrheinische Kaffetafel". Doch nicht Sahnetorte und Apfelkuchen wurden serviert, sondern niederrheinisch Deftiges: Brot und Butter, Käse und Schinken. Und selbstverständlich „Affelkrut”, denn os Houp-Gerech war fröer Krut!

Cornelia Brandt

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