Mozarts Figuren werden lebendig

Moers..  Zugegeben, klassische Opern sind nicht jedermanns Geschmack: Sie dauern meistens Stunden, der Text ist kaum zu verstehen und sie bieten Musik von vorgestern. „Opera Kompakt“, das etwas andere Konzept, will da Abhilfe schaffen.

Ein „Mozart Opernabend“ brachte am Sonntag in der Repelener Dorfkirche die Probe aufs Exempel: „Das neue Format bietet allen, die nicht die Möglichkeit haben, eine dreistündige Opernvorstellung zu besuchen, die Chance, eine Essenz der besten Momente und Melodien in einer guten Stunde zu erleben“, erklärte Farah Otten, die sich als Veranstalterin bemüht, in die großen Fußstapfen von Konrad Göke zu treten. Offenbar mit Erfolg, um das Ergebnis des Konzerts vorwegzunehmen.

Auf dem Programm standen die schönsten Arien aus den Mozart-Opern „Die Hochzeit des Figaro“, „Don Giovanni“, „Cosi Fan Tutte“ und „Die Zauberflöte“, künstlerisch interpretiert von Diana Petrova (Sopran), Mauricio Virgens (Bariton) und Denis Ivanov (Klavier). Die in St. Petersburg geborene Sopranistin studierte Gesang am dortigen Konservatorium, arbeitet neben Opern- und Konzertauftritten als Musikpädagogin und lebt derzeit in Gelsenkirchen.

Virgens begann seine gesangliche Ausbildung in Salvador da Bahia zog im Jahr 2000 nach Deutschland. Seit 2007 gehört er zum Ensemble der Opernwerkstatt am Rhein und wohnt in Köln. Denis Ivanov stammt ebenfalls aus St. Petersburg und zählt heute zu den besten Konzertpianisten in Europa, was er sowohl bei der einfühlsamen Gesangsbegleitung als auch bei Mozarts Klavier-Fantasie in d-Moll eindrucksvoll bewies.

Ansonsten gehörte der Nachmittag ganz den Stimmen von Petrova und Virgens. Mal solo, mal im Duett ließen sie voller Spielfreude, Humor und Fantasie die bekannten Figuren aus Mozarts Opern vor dem Publikum lebendig werden: Figaro und Susanna, Don Giovanni, Donna Anna und Zerlina, Dorabella und Guglielmo, Papageno und Papagena und – natürlich – die „Königin der Nacht“, deren große Arie mit dem dreigestrichenen F wegen der an sich originellen Idee eines Potpourris mit der Arie des Guglielmo leider etwas zu kurz kam. Dank der guten Akustik waren auch weder Mikrofone, noch Verstärker nötig.

Überzeugender Schlusspunkt

Mit einem Duett Papagenos und seiner Partnerin aus der Zauberflöte setzten die Künstler nach knapp 90 Minuten den überzeugenden Schlusspunkt des Konzertes: „Wir sind zwar eigentlich keine Opernfans. Doch das heute war richtig gut“, lobte ein Besucherpaar aus Moers. Kurz: Eine gelungene Veranstaltung, die bewies, dass die Oper auch in der heutigen Zeit noch viele Freunde hat: Die Dorfkirche war fast bis auf den letzten Platz gefüllt.