Moscheeverein wehrt sich
25.01.2010 | 07:00 Uhr 2010-01-25T07:00:00+0100Moers. Nachdem SPD-Landtagskandidat Ibrahim Yetim Kritik am Meerbecker Moscheeverein geübt hat, kam nun ein Schreiben des Verbands der islamischen Kulturzentren, der sich befremdet zeigte.
Es hat ein paar Tage gedauert, jetzt kommt die Reaktion mit Wucht. Der Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ) schrieb einen offenen Brief an den türkisch stämmigen SPD-Landtagskandidaten Ibrahim Yetim. Der hatte in der NRZ harsche Kritik an dem Moscheeverein geübt, und explizit auch an dem Ableger in der Meerbecker Barbarastraße. Yetim äußerte die Sorge vor Internatsplänen des Verbands und warf dem Moerser Verein vor, sich bei plakativen Veranstaltungen wie dem traditionellen Fastenbrechen weltoffen zu geben und nachher schnell wieder die Türe zu schließen. Er wolle zudem zeigen, dass er keinen Turban trage.
In dem VIKZ-Schreiben, das nicht etwa aus Moers kam, sondern aus der Kölner Zentrale, heißt es unter anderem „Es befremdet uns, dass Sie Äußerungen über uns treffen, ohne je mit uns den Kontakt gesucht zu haben oder unseren Einladungen gefolgt zu sein.” Oder: „Bevor Sie ein Urteil über uns und über unsere Jugendarbeit in Moers oder in ganz Deutschland treffen, sollten Sie uns erst einmal kennenlernen.”Nur echter Dialog schaffe es, sich von Vorurteilen, wie beispielsweise vom Bild des Turban tragenden Ibrahim, zu verabschieden.
Der Brief wurde offenbar über den großen Verteiler geschickt, natürlich auch an die NRZ. Die erhielt dann noch einmal eine Kopie der VIKZ-Beschwerde von Yetims Kontrahent Bruno Vinschen. Der sagt: „Ich bin von verärgerten türkischen CDU-Mitgliedern auf Yetims Äußerungen angesprochen worden.”
Yetim zeigt sich zwar gesprächsbereit, sagt aber, er habe in der Verghangenheit die Erfahrung gemacht, dass man beim VIKZ mauere. „Mittlerweile mussten sechs oder sieben solcher Schülerwohnheime geschlossen werden. Immer heißt es beim Verband, das seien Einzelfälle.”
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Echt, aus jeder Mücke wird hier mittlerweile ein Fass auf gemacht.
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