Moerser Tierheim droht 2016 wegen Geldproblemen das Aus

Der Vorstand den Moerser Tierheims (v.l.): Gisela Grossmann, Birgit Mühlberger, Timo Franzen, Gisela Kuhnen und der Vorsitzende Peter Kuhnen.
Der Vorstand den Moerser Tierheims (v.l.): Gisela Grossmann, Birgit Mühlberger, Timo Franzen, Gisela Kuhnen und der Vorsitzende Peter Kuhnen.
Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Kosten für Fundtiere explodieren. Vor allem die vielen Katzen sind ein Problem im Tierheim am Peschkenhof. Es fehlen über 40.000 Euro pro Jahr.

Moers.. Der Tierschutzverein schlägt Alarm: „Wenn wir für die Fundtiere der Kommunen nicht kostendeckend bezahlt werden, droht uns spätestens 2016 das Aus“, bringt es Birgit Mühlberger auf den Punkt.

Gemeint sind die Leistungen, die das Tierheim am Peschkenhof für Moers und Neukirchen-Vluyn erbringt. Denn die Städte müssen „Fundsachen“ – dazu zählen auch Fundtiere – artgerecht verwahren. „Allein aus Moers nimmt unser Tierheim jährlich etwa 250 Fundtiere auf, darunter 20 Prozent Hunde und 60 Prozent Katzen“, berichtet Peter Kuhnen. Der Verein bekomme dafür pauschal 60.000 Euro. Was bei weitem nicht ausreiche, wie die Tierschützer jetzt anhand der Zahlen aus 2013 vorrechnen. Denn die Tiere kosteten jährlich samt Aufbewahrung und Tierarztrechnungen rund 100.000 Euro. „Wir haben uns oft durch Großspenden über die Runden retten können. Wie 2013, als man 44.000 Euro erbte. „Sonst wären wir mit 50 000 Euro in den Miesen gewesen. Eigentlich ist das Betrug am Spender, der ja die Aufgabe der Städte mitfinanziert.“

Fundkatzen kosten 72.000 Euro im Jahr

So habe der Verein denn auch im Herbst an die Stadt Moers appelliert, den Betrag aufzustocken. Vor allem, weil es ein Katzenproblem gebe. Dies lasse die Kosten aus dem Ruder laufen, wie der Vorstand durch die genaue Auflistung mit einem Schlüssel anhand der Zahlen von 2013 ersehen habe. „Die Kosten für die Fundkatzen schlagen mit 72.000 Euro zu Buche.“ Daher habe der Verein sich auch an die Fraktionen im Moerser Rat gewendet. „Wir brauchen eine Kastrationsverordnung; 80 andere Kommunen wie Bonn oder Bielefeld haben sie bereits.“ Als man der Stadt die aktuellen Zahlen vorgelegt habe, sei man auf Erstaunen gestoßen, so Kuhnen.

Wegen der dauernden finanziellen Unsicherheit habe der Verein mit Moers den Vertrag nur bis 30. Juni geschlossen. Wenn kein Anschlussvertrag in akzeptabler Höhe möglich sei, gehe der Tierheimbetrieb nur noch mit Pensionstieren und Abgabe-Tieren weiter. „Wir schrumpfen uns dann gesund.“

An neuer Ausschreibung beteiligen

Was aber nicht heißen solle, dass man sich nicht an der geplanten neuen Ausschreibung der Stadt Moers beteiligen werde, aber eben mit dem Gebot von 98.000 Euro. Am Rande gebe es auch 8000 Euro Unterdeckung bei Neukirchen-Vluyn, das derzeit 20.000 Euro ans Tierheim zahle.

Beide Kommunen verhandeln bereits mit den Tierschützern. Wenn man sich nicht einig werde, werde neu ausgeschrieben, sagt Klaus Janczyk vom Presseamt Moers. Roberto Sonfeld in Neukirchen-Vluyn: „Wir müssen sehen, wie wir zurecht kommen und auch andere Anbieter im Auge haben.“ Ob die kostengünstiger arbeiten, darf angesichts der Tierheimkrise im ganzen Land bezweifelt werden.