Moerser Schulen wollen Kameras
21.08.2008 | 21:15 Uhr 2008-08-21T21:15:37+0200VIDEOÜBERWACHUNG. Das Gros möchte den gesetzlichen Rahmen ausschöpfen. Der NRZ liegt eine Liste vor.
MOERS. Die Parkhäuser hat das elektronische Auge jetzt fest im Blick, bald sind die Schulen dran. Mit Spannung wurden die Beschlüsse der Schulkonferenzen zum Thema Videoüberwachung erwartet. Der NRZ liegt nun eine Liste vor, derzufolge zumindest alle weiterführenden Einrichtungen ihre Gelände mit Kameras überwachen lassen wollen.
Im Sekundarbereich hat lediglich das Gymnasium Adolfinum keinen eindeutigen Pro-Beschluss gefasst, aber die Tendenz ist die gleiche. An den Wochenenden könnten Kameras am Schulhof Sinn machen, heißt es. Leiter Hans van Stephoudt sagt: "Weil wir keinen Zaun haben, der wäre uns lieber." Eine Überwachung während der Schulzeit, glaubt er, sei schon aus datenschutztechnischen Gründen nicht möglich. Dass es mit der Gesamtschule am Lauerhaas in Wesel ein Beispiel für Kameras auf Gängen und Fluren gibt, überraschte van Stephoudt. "Das ist interessant, da werde ich mich schlau machen."
Überhaupt scheint die Kameraüberwachung innerhalb der Gebäude an den Schulen auf große Bedenken zu stoßen. Die Beschlüsse beziehen sich auf den Außenbereich und in der Regel auch auf die Zeit nach dem Unterricht. Wie beim Repelener Schulzentrum am Jungbornpark. Dort erinnert sich Leiterin Marion Schürmann noch ziemlich genau an die Vandalen, die im Erdgeschoss nahezu alle Scheiben einschlugen. Schaden: 7000 Euro.
Es gibt viele unrühmliche Beispiele, die 2007 für eine Gesamtschadenssumme von 55 000 Euro gesorgt haben. Kaputte Glasbausteine an der Grundschule Hülsdonk, zum Beispiel. Oder an der Grundschule Annastraße. Vorläufiger und trauriger Höhepunkt war die nächtliche Baumfäll-Aktion an der Hermann-Runge-Gesamtschule im Juni.
Hitzige Debatten zu erwarten
Gegen Kameras sprachen sich mit Hülsdonk, Eick-West sowie der Eichendorff-, Eschenburg-, Wald-, Emanuel-Felke-, Achterrathsfeld-, Robinson-, und Uhrschule etwa die Hälfte der Grundschulen aus. Tenor: zurzeit keine Notwendigkeit.
Dafür gibt's an den meisten Einrichtungen ziemlich genaue Vorstellungen, wo und in welchem Umfang Videoüberwachung eingesetzt werden soll. Das Gros befürwortet dabei eine möglichst kurzzeitige Speicherung des Filmmaterials, außerdem soll die Technik in der regel nur außerhalb des eigentlichen Unterrichts angewand werden. So zum Beispiel an der Astrid-Lindgren- Grundschule oder an der Albert-Schweitzer Schule. Beim Gymnasium Rheinkamp hingegen sollen gar die Räume des Selbstlernzentrums überwacht werden, an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule wären zwei Kameras im Bereich des Schülerfahrradstandes nötig. Daneben gibt es Schulen wie die Hermann-Runge-Gesamtschule oder das Gymnasium Filder Benden, die einer Videoüberwachung ohne Einschränkung zustimmen.
Wegen der schwierigen Rechtslage sind noch hitzige Debatten zu erwarten.
50 000 ZUM AUFTAKTMit dem Rückenwind der überwachungswiligen Schulen soll der Ausschuss in siener Sitzung am Montag, 1. September, für 2009 eine Erstinvestition von 50 000 Euro empfehlen, eine Komplettausstattung würde 200 000 Euro kosten.
09:42
Eine Überwachung der Einrichtungen - wohlgemerkt ausserhalb der Schulzeiten - wäre eine klasse Sache.
Sicherlich können damit Vandalismus und Einbrüche deutlich zurückgedrängt werden.
Allerdings hat wahrscheinlich niemand dran gedacht, dass das ganze auch durch Personen bedient und überwacht werden muss und im Fall der Fälle auch jemand vor Ort persönlich nach dem rechten schauen muss.
Da kommt man an professionellen Dienstleistern nicht vorbei, die auch das nötige Personal vorhalten. Und schon ist man wieder in der Datenschutzdiskussion.