Moerser Schüler kämpfen gegen das Vergessen

Sandra Schilling-Punge, Heider Salam-Abbas, Ulrike Strobel und Esra Öztürk zeigen Bilder der Ausstellung und das Fotoalbum
Sandra Schilling-Punge, Heider Salam-Abbas, Ulrike Strobel und Esra Öztürk zeigen Bilder der Ausstellung und das Fotoalbum
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Der Verein „Erinnern für die Zukunft“ gedenkt der Moerser Befreiung am 5. März 1945 und das Ende des zweiten Weltkrieges in der Stadt.

Moers..  „Man erwartet nicht diese Bilder, die man sieht, nicht, dass das wirklich passiert ist.“ Der 17-jährige Heider Salan-Abbas ist Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule und hat die Ausstellung anlässlich des 70. Jahrestages der Moerser Befreiung durch die Alliierten mitgestaltet. Sie ist Teil einer Veranstaltungsreihe, mit der sowohl an das Ende des Zweiten Weltkrieges als auch an das 20-jährige Bestehen des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ in das Gedächtnis der Moerser gerufen werden soll.

Sandra Schilling-Punge ist Lehrerin an der Anne-Frank-Gesamtschule und zudem Vorstandsmitglied des Vereins. „Es ist so geplant, dass wird des Kriegsendes gedenken, aber auch den Bogen zur heutigen Zeit schlagen.“ Am 4. März 1945 marschierten die Amerikaner in Moers ein. Schilling-Punge: „Wie haben sich die Menschen gefühlt, was ist am 6. März passiert? Wir werden eine Ausstellung machen und anderen Schülern zeigen, wie es damals war.“

Indes richtet sich die Ausstellung, die von 10 bis 16 Uhr in vier Zelten auf dem Altmarkt zu sehen sein wird, nicht nur an Schüler. Alle Passanten sind eingeladen, die Bilder auf sich wirken zu lassen, in einem Fotoalbum Kommentare, Eindrücke, ja vielleicht gar die eigenen Kriegserlebnisse für die Nachwelt zu hinterlassen. Manche Bilder sind verstörend: „Es kam zu Vergewaltigungen auf offener Straße, es wurde Rache geübt“, so Sandra Schilling-Punge.

„Nicht nur Zeitzeugen sollen sich eintragen“, so die Lehrerin, sondern „jeder denkende Mensch, denn jeder muss wissen, wohin es führen kann.“

Sehen, wohin es führen kann

Und Dr. Bernhard Schmidt, Vorsitzender des Vereins „Erinnern für die Zukunft“, schlägt nun einen großen Bogen: „Wir haben 30 Jahre lang die Vergangenheit aufgearbeitet, jetzt wenden wir uns der Gegenwart zu.“

Die Ausstellung auf dem Altmarkt ist nur ein Teil einer Veranstaltungsreihe, die von März bis Mai an das Kriegsende vor 70 Jahren erinnern soll. Am Mittwoch, 11. März, 19.30 Uhr, lädt Schmidt zu einem Vortrag in die VHS ein; das Junge STM des Schlosstheaters stellt seine beiden Aufführungen „Im Westen nichts Neues“ am Montag, 16. März, und Donnerstag, 19. März, jeweils um 19.30 Uhr, in den Dienst der Sache.

Am 23. März, 19 Uhr, feiert der Verein sein 20-jähriges Bestehen im Martinstift mit einem Vortrag des Friedensforschers Professor Dr. Jochen Hippler „Keine Kriege mehr seit Kriegsende? Kriege, Vertreibung und Flucht heute“.