Moerser Grüne wollen Gesundheits-Chipkarte für Flüchtlinge

Krankenkassen-Chipkarten für Flüchtlinge: Bald auch in Moers?
Krankenkassen-Chipkarten für Flüchtlinge: Bald auch in Moers?
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Chipkarten sollen einen unkomplizierten Arztbesuch ermöglichen. Grünen-Chef Hans Hanke will damit dem Beispiel der Stadt Münster folgen.

Moers.. Die Grünen in Moers setzen sich in vielen Bereichen intensiv für Flüchtlinge in der Stadt ein. Neben der Sprachförderung spielt jetzt auch eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge eine Rolle in den Planungen.

Hans Hanke, Vorsitzender des Ortsvereins, bestätigte unserer Redaktion auf Nachfrage, dass es Überlegungen für einen Antrag gibt, eine solche Gesundheitskarte für Flüchtlinge in Moers einzuführen. Hanke: „Es ist gerade bei akuten Beschwerden immer schwierig für Flüchtlinge, zunächst beim Sozialamt einen Berechtigungsschein für einen Arztbesuch zu erhalten.“

Münster als Vorbild

Vorbild für die Grünen in Moers ist die Stadt Münster. Dort hatte der Rat im Dezember vergangenen Jahres mit großer Mehrheit beschlossen, die Gesundheitskarte für Flüchtlinge einzuführen. Dabei hatte Münster das so genannte Bremer Modell übernommen. Dort ist bereits seit 2005 eine Chipkarte im Einsatz, die Flüchtlingen in Deutschland einen unkomplizierten und schnellen Besuch beim Arzt ermöglicht. Die Chipkarte ist im Bremer Modell Teil eines umfassenden Gesundheitsprogramms für Menschen, die in Deutschland Asyl suchen.

Ähnlich wie bei krankenversicherten Deutschen rechnet die Kasse nach dem Arztbesuch ab. Die Rechnung für die Behandlung geht dann an das zuständige Sozialamt. Dort laufen die Kosten bereits jetzt auf, wenn zuvor ein Berechtigungsschein für einen Arztbesuch ausgestellt worden ist. Ausgenommen von dieser Vorgehensweise sind zurzeit lediglich Notfälle, in denen Ärzte Flüchtlinge ohne jede Formalität behandeln können.

Arztbesuch mit Schwierigkeiten verbunden

In Moers und in vielen anderen Städten ist der Arztbesuch für Flüchtlinge in vielen Fällen mit Schwierigkeiten verbunden. Zunächst müssen sie beim Sozialamt einen Berechtigungsschein erhalten, der sie zum Besuch eines Arztes berechtigt. Geht man davon aus, dass viele Flüchtlinge mit diesem bürokratischen Vorgehen selbst dann nicht vertraut sind, wenn sie gut deutsch sprechen, kann es lange dauern, bis ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden kann.

Das möchten die Grünen in Moers nun ändern. „Einen Antrag dazu haben wir aber noch nicht formuliert“, sagt Hans Hanke.