Moerser Eltern werden wütend

Erzieherinnen-Streik in Moers: Aktionen in der ganzen Stadt.
Erzieherinnen-Streik in Moers: Aktionen in der ganzen Stadt.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Mütter machten ihrem Unmut über den Kita-Streik bei der CDU-Fraktion Luft. Deren Vorsitzender Ingo Brohl sieht die Schuld bei den Arbeitgeberverbänden.

Moers..  Die Stimmung war gereizt gestern im CDU-Fraktionsraum. Eltern, zumeist Mütter, waren mit ihren Kindern ins Rathaus gekommen, um ihrem Unmut Luft zu machen: Der Streik der Erzieherinnen zehrt an der Substanz. „Ich habe keinen Mann, zwei Kinder, ich arbeite“ – eine der Mütter brachte die Situation auf den Punkt. Schon bei einer Streikaktion am Kö hatte Erzieherin Claudia Rosendahl Stunden zuvor festgestellt: „Die Eltern werden immer wütender.“

Während die U3-Fraktion in den Kinderwagen die CDU-Fähnchen schwenkte und Spaß hatte, war der ihren Müttern längst vergangen: „Was ist mit den Arbeitgebern der Eltern? Soll ich mir das Kind auf den Rücken schnallen und arbeiten gehen?“, rief eine Mutter in den Raum. Für eine andere waren auch die wenigen Notgruppen in den Ki­tas keine wirkliche Lösung: „Ich kann nicht 80 Kilometer zur Notgruppe fahren!“ Was zwar eine übertriebene Darstellung sein mag, aber wohl die Meinung der meisten Mütter widerspiegelte.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende und Familienvater Ingo Brohl zeigte für die Not der Eltern größtes Verständnis: „Der Streik wird auf Kosten der Kinder geführt, das geht nicht.“ Aber er äußerte auch Verständnis für die streikenden Erzieherinnen: „Ich habe große Sympathie für ihre Position.“ Den schwarzen Peter verortete er vielmehr bei den kommunalen Arbeitgeberverbänden, die sich seit fünf Verhandlungsrunden keinen Millimeter bewegt hätten.

Und dann ging es auch noch ums liebe Geld. Warum die Kita-Beiträge nicht wie in Kamp-Lintfort anteilig zurückgezahlt würden, wollten einige Mütter wissen. Fachbereichsleiter Michael Rüddel stellte sich gestern den drängenden Fragen, verwies darauf, dass Kamp-Lintfort eben nicht im Nothaushalt sei wie eben Moers – eine Sichtweise, die bei den Müttern auf wenig Verständnis stieß.

Fazit der Diskussion: Die Mütter sind am Ende ihrer Kräfte angelangt: „Ich stand letzte Woche mit Tränen in den Augen vor der Kita. Die da oben wissen gar nicht, was hier unten vorgeht.“