Moerser Arzt kennt wirksame Hilfe bei Hepatitis C

Dr. med. Christoph Vogt am Fibro-Scan, mit dem die Gewebebeschaffenheit der Leber gemessen werden kann, und die med. Fachangestellte Stefanie Schwickart als Patientin, zeigen, wie das Gerät funktioniert.
Dr. med. Christoph Vogt am Fibro-Scan, mit dem die Gewebebeschaffenheit der Leber gemessen werden kann, und die med. Fachangestellte Stefanie Schwickart als Patientin, zeigen, wie das Gerät funktioniert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dr. Christoph Vogt ist Experte unter anderem für Lebererkrankungen und überbringt eine aktuelle gute Nachricht: Es gebe ein neues Medikament. Der Nachteil: Die Tablettenkur kostet bislang rund 150 000 Euro.

Moers..  1990 wurde das neue Virus Hepatitis C entdeckt. Eine Herausforderung für die Medizin, denn bis heute gibt es keinen Impfstoff dafür. „Es gab nur eine sehr beschwerliche Therapie, die auch nur zu 50 Prozent Erfolg hatte“, erläutert Chefarzt Dr. Christoph Vogt von der Abteilung für innere Medizin am Krankenhaus St. Josef. Er ist Experte unter anderem auch für Lebererkrankungen und überbringt eine aktuelle gute Nachricht: „Es gibt ein neues Medikament. Es wirkt zu 100 Prozent, die Behandlung dauert nur noch drei statt zwölf Monate, und es gibt auch keine schweren Nebenwirkungen mehr.“ Der Nachteil: Die Tablettenkur kostet bislang rund 150 000 Euro. „Wir denken aber, dass die Kosten in ein, zwei Jahren deutlich sinken“, schildert der Fachmann.

Etwa 800 000 Menschen allein in Deutschland sind mit dem Virus infiziert, möglicherweise auch mehr. „Wichtig ist es, die Infektion mit Hepatitis C erst einmal zu erkennen“, erläutert Vogt weiter. „Denn Lebererkrankungen bereiten lange Zeit keine Schmerzen.“ Vor allem Müdigkeit sei ein Symptom, wie auch Blutungen, gelbe Augen und rötliche Gefäßveränderungen in Gesicht und Dekolletee.

Die Gefahr: Hepatitis C wird bei 70 Prozent der Fälle chronisch. Und damit kann sie zur Leberzirrhose, dem Absterben der Leberzellen, führen. 15 Prozent der Betroffenen bekommen sogar Leberkrebs. Und ohne Leber geht es nicht: „Sie entgiftet uns, sie ist unsere Chemiefabrik“, weiß Vogt.

Nur übers Blut

Hepatitis C wird nur über Blutungen übertragen. Daher gibt es bei Menschen, die vor 1990 Bluttransfusionen erhielten, oder die im Ausland ungetestete Transfusionen erhielten, viele Infizierte. Auch Drogenkranke, die Spritzenaustausch praktizieren, können sich anstecken. Zur Risikogruppe gehören aber auch Menschen, die sich ohne gründliche Desinfektion Tattoos stechen lassen. Gut zu wissen: „Längst nicht jeder muss teuer behandelt werden, denn häufig ist die Leber nicht geschädigt und sollte nur beobachtet werden“, beruhigt der Experte. So komme das neue Medikament denn auch nur für schwer Erkrankte infrage.

Bluttests zeigen, ob ein Patient mit Hepatitis C infiziert ist. Moderne Ultraschall-Technik wie der Fibroscan zeigt, wie gesund das Organ noch ist – dieses Gerät wird übrigens auch im Rahmen der ambulanten Sprechstunde in St. Josef eingesetzt. Die Sprechstunde ist auch für Kassenpatienten geöffnet.