Moers: Pieper gründet Stiftung zur Rettung der Denkmäler

Udo Pieper vor dem Wilhelm Greef Brunnen im Stadtpark – auch ein Fall für seine Stiftung.
Udo Pieper vor dem Wilhelm Greef Brunnen im Stadtpark – auch ein Fall für seine Stiftung.
Foto: Ulla Michels
Was wir bereits wissen
Grafschafter Museums- und Geschichtsverein will kooperieren. Stiftung will Moerser Geschichte lebendig halten.

Moers..  Den Denkmälern in der Grafenstadt geht es schlecht. Ihr Erhaltungszustand ist miserabel, für die Sanierung ist kaum Geld vorhanden. Die Stadt, obwohl dauerhaft pleite, müsste mindestens 350 000 Euro aufwenden – schon tauchte im politischen Raum die Frage auf, ob man wirklich alle Denkmäler benötige. Wie gerufen kommt da die Gründung der „Grafschaft Moers Geschichts-Stiftung“ (GMGS). Stiftungsgründer Udo Pieper macht es sich unter anderem zur Aufgabe, „die Unterhaltung und Pflege öffentlicher Denkmäler voranzubringen“.

Udo Pieper wird sich bei der Jahreshauptversammlung des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins (GMGV) am 25. Februar als dessen Vorsitzender nicht zur Wiederwahl stellen. Dazu erklärt Peter Boschheidgen, stellvertretender Vorsitzender des GMGV: „Udo Pieper will sich voll und ganz auf seine neue Aufgabe, die von ihm ins Leben gerufene Denkmal-Stiftung konzentrieren. Dies geschieht in vollständigem Einvernehmen mit dem GMGV-Vorstand.“ Der GMGV, so Boschheidgen, habe der Stiftung eine Kooperation angeboten, zudem wolle er sich persönlich durch eine Zustiftung finanziell an der GMGS beteiligen.

Politik hat sich seit zwölf Jahren nicht um die Denkmäler gekümmert

„Ich habe Ende Herbst 2013 begonnen, eine Satzung zu entwerfen“, beschreibt Udo Pieper den Werdegang seiner GMGS. Der Grund: „Ich hatte festgestellt, dass sich der Kulturausschuss seit 2002 nicht einmal mit den Denkmälern befasst hat.“ Sein Fazit: Geschichte hat in Moers keine Lobby. Mit der Landesregierung und dem Finanzamt habe er sich abgestimmt, so Pieper; im Juli 2014 schließlich wurde die Stiftung von der Landesregierung eingetragen. Ein Logo wurde entworfen, der Internet-Auftritt ist in Vorbereitung. Im März wird der Stiftungsrat zum ersten Mal mit dem Stiftungsvorstand zusammenkommen.

Der Stiftungszweck ist durchaus weiter gefasst

Der Stiftungszweck ist indes weiter gefasst als es die Unterhaltung und Pflege öffentlicher Denkmäler ahnen lässt. Alle Maßnahmen, die „zum Erkennen und Erleben und somit zur Sichtbarmachung des Frühsiedlungsgebietes Moers als der ,Urzelle’ mit der ehemaligen Bonifatiuskirche auf dem evangelischen Friedhof an der Rheinberger Straße“ führen, sollen unterstützt werden. Damit ist klar, was die Stiftung beabsichtigt: die Moerser Historie lebendig zu halten.