Moers: Peschkenhaus eröffnet mit André Schweers

André Schweers
André Schweers
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Moerser Künstler zeigt dort ab Freitag Werke aus den letzten fünf Jahren.

Moers..  Während draußen die Arbeiter vor der offiziellen Wiedereröffnung des Peschkenhauses am kommenden Mittwoch noch an der Pflasterung werkeln, ist im Inneren der Galerie endlich wieder der Glanz alter Ausstellungstage eingezogen: Mit einer Ausstellung des Moerser Künstlers André Schweers öffnet das altehrwürdige Peschkenhaus endlich wieder seine Türen für Besucher. „Prolog“ hat Schweers passenderweise seine sehenswerte Bilderschau mit Werken aus den letzten fünf Jahren betitelt, die heute um 19 Uhr eröffnet wird.

„Neues“ altes Peschkenhaus

„Es ist mir eine Ehre, hier als erster wieder ausstellen zu dürfen“, sagt der Moerser Künstler. Und weil Schweers ein Konservator der besonderen Art ist, passt seine Ausstellung hervorragend in das „neue“ alte Peschkenhaus. Immer wieder begibt sich Schweers auf die Suche nach den Hinterlassenschaften der Menschen. Wie ein Kartograf spürt er deren Formen und Strukturen nach. So entstehen plastische Zeichnungen oder Reliefs – Güsse aus Papiermaché kombiniert mit anderen Materialien wie zum Beispiel Kunststoff oder Paraffin –, mit denen Schweers solche Spuren konserviert. Höhlen- und Bogenformen als Urtyp von Architektur sind ein wiederkehrendes Thema seiner Arbeiten, fündig wird Schweers neben seinen Reisen aber auch direkt vor der Haustür – da, wo Menschen Vergangenes als Teil ihrer Geschichte ablagern. Das kann genauso ein alter Reifenstapel wie auch die Ablagerung auf einer Halde sein. Sein gewähltes Basismaterial Papier scheint da nur logisch: „Auch Papier hat ja über Jahrhunderte hinweg Geschichte bewahrt.“

Wege, Mauern, Zaunverläufe – all das übersetzt Schweers in Reliefs. Dafür trägt er auf seinen Reisen statt Skizzenblock eine Kiste mit Kunststoffmatten mit sich, auf die er solche Strukturen überträgt.

Auf dem Dachboden des Peschkenhauses führt er schließlich seine Ausstellung auf wundersame Weise zusammen: Wie in einem Kapitelsaal, einer mittelalterlichen Lese- und Schreibstube der Mönche, lagern hier auf Stehpult ähnlichen Podesten Bildtafeln seiner „Biblioteca conservata“. Was unten im Haus inhaltlich angesprochen wird, ist am Ende der Ausstellung oben unterm Dach als Wissensspeicher angelegt.