Moers: Pepe kann’s nicht lassen

Die Mannschaft des Tapas-Restaurants Taberna Paco: Pepe Sanchez, Francisco und Maria Ortega.
Die Mannschaft des Tapas-Restaurants Taberna Paco: Pepe Sanchez, Francisco und Maria Ortega.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Der ehemalige Inhaber von „Casa Pepe“ war quasi Geburtsthelfer für ein neues spanisches Restaurant in der City

Moers..  Gut drei Jahre sind vergangen, seit Pepe Sanchez sein Restaurant „Casa Pepe“ an der Uerdinger Straße verkauft hat und in den Ruhestand gegangen ist. Ruhestand? Von wegen. Der Mann kann nicht stundenlang im Café sitzen oder im Park spazieren gehen. Gerade erst war er „Geburtshelfer“ für das neue Tapas-Restaurant „Taberna Paco“ an der Krefelder Straße.

„Ja, es stimmt“, gibt der 68-Jährige zu, „ich bin Gastronom durch und durch, mein Beruf ist mein Hobby.“ So war Pepe in den letzten Jahren als Berater in verschiedenen Restaurants mit mediterraner Küche unterwegs, hat sogar für kurze Zeit in der Altstadt in einer Küche gestanden und zeitweise Pläne für eine eigene Weinbar geschmiedet. Und klar war der Mann sofort mit ganzem Herzen dabei, als es jetzt um die „Taberna Paco“ ging.

Vor ein paar Wochen lernte er Paco Ortega kennen. Der Koch aus dem andalusischen Almeria hatte dort sein Restaurant verpachtet, um zu seiner Frau, Maria Gonzalez, zu ziehen, die in Duisburg als Lehrerin arbeitet. Das Ehepaar nahm das Angebot von Pepe, nach geeigneten Räumen für eine spanische Taverne in Moers zu suchen, gerne an. „Ich kenne ja eine Menge Leute und bekomme viel mit“, sagt Pepe Sanchez. So war ihm nicht entgangen, dass das griechische Restaurant an der Krefelder Straße – früher ten Eicken – kein „Renner“ war. „Ich hab’ den Wirt vorsichtig gefragt, ob er mir das Restaurant überlassen würde – und er hat sofort ,Ja’ gesagt“, berichtet Pepe. Wenig später wurden die Räume mit 70 Plätzen umgestaltet, die Einrichtung erneuert, der Wein wurde ausgewählt und vor allem die Speisekarte konzipiert: „Es gibt ein Hauptgericht, das täglich wechselt. Ansonsten haben wir nur Tapas auf der Karte“, erklärt Pepe. Kein Schickimicki, „Paco steht für ,Mamas Küche’. Er kocht großartig.“ Überhaupt wolle man spanisches Lebensgefühl in Hülsdonk: „Du kannst mit mehreren Leuten zusammensitzen, ein paar leckere Tapas essen, hier probieren, da probieren, dazu ein Rotwein oder ein Bier.“

„Gastronomie ist mein Leben“

Die Taberna Paco ist inzwischen eröffnet, Pepe ist derzeit täglich dort, nicht in der Küche, sondern im Service. Wie lange er dabei bleibt, weiß er noch nicht. „Das Kind ist geboren, jetzt muss es groß werden.“ Wie es scheint, ist die Taberna auf einem guten Weg. Am zweiten Wochenende nach der Eröffnung mussten einige Besucher unverrichteter Dinge wieder gehen, weil alle Plätze besetzt waren.

In ein paar Monaten werde er wohl mit seiner Frau Hedi Urlaub machen, meint Pepe. Und sicher wird irgendwann in dem einen oder anderen Moerser Restaurant sein Rat wieder gefragt sein. Finanziell gehe es ihm gut, Geld sei nicht sein Antrieb, versichert er: „Es macht mir einfach Spaß, ich bediene gerne und freue mich, wenn sich meine Gäste wohl fühlen“, erklärt er. „Das ist mein Leben.“

Die Gastronomie hat übrigens bereits 1972 dem Leben des jungen Pepe Sanchez eine Wendung gegeben. Damals kellnerte er in einem Restaurant an der Costa Brava und bediente eine gewisse Hedi aus Moers, die dort ihren Sommerurlaub verbrachte: „Es war ihr erster Urlaubsabend und es war Liebe auf den ersten Blick“, berichtet Pepe. Ein paar Monate später folgte er ihr an den Niederrhein, führte dort über Jahre ein Restaurant und eröffnete 2001 die „Casa Pepe“ an der Uerdinger Straße in Moers, wo Ehefrau Hedi die Gäste bekochte. „42 Jahre bin ich in Moers“, sinniert Pepe, „früher dachte ich, ich würde nach Spanien zurückkehren. Aber Hedi und ich bleiben in Moers.“

Taberna Paco, Krefelder Straße 81, Moers, geöffnet Mo bis Do 17 bis 22 Uhr, Fr und Sa 17 bis 24 Uhr. So Ruhetag. www.tabernapaco.de