Moers Festival: „Es ist sehr eng.“

Reiner Michalke stellte das neue Plakatmotiv für das Moers Festival 2015 vor.
Reiner Michalke stellte das neue Plakatmotiv für das Moers Festival 2015 vor.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Maus wirbt auf dem Plakat für das Moers Festival 2015. Neugestaltung des Außengeländes und des Händlermarktes ist in Arbeit

Moers..  Was macht das Bild einer frech um die Ecke linsenden Maus auf einer Hauswand in Malaysia zum Motiv für das offizielle Plakat des Moers Festivals 2015? Da musste der künstlerische Leiter des Moers Festivals Reiner Michalke bei der Pressekonferenz am Donnerstag dann doch ein bisschen weiter ausholen. Durchaus interessant ist nämlich auch, was man auf dem Plakat nicht sieht: eine dicke orangefarbene Katze auf der Hauswand direkt um die Ecke, über die sich die Maus lustig macht...

Sackgassensystem verschwindet

Entdeckt hat Michalke die beiden Wandbilder auf einer Reise zum George Town Festival auf der malaysischen Insel Penang. Mit dem Katzenbild hatte ein malaysischer Straßenmaler ursprünglich zum Schutz von heimatlosen Tieren aufgerufen. Der Erschaffer der Maus hingegen sei bis heute unentdeckt geblieben, so Michalke. Er blieb mit der Umsetzung der Bildidee seinem Grundsatz, für die Festivalplakate keine gängigen Jazzmotive zu nehmen, einmal mehr treu.

Bevor das Moers Festival am 22. Mai von Improviser Hayden Chisholm in der Festivalhalle eröffnet wird, gibt es noch alle Hände voll zu tun. „Es gibt einen Riesen-Zettel“, sagte Michalke. Angefangen von Detailarbeiten in der Halle reichen die anstehenden Aufgaben bis hin zur Neugestaltung des Besuchergeländes vor der Halle und des Händlermarkts. „Das Sackgassensystem soll verschwinden, wir wollen auf dem Platz insgesamt mehr Atmosphäre schaffen“, sagte Carmen Weist, Aufsichtsratsvorsitzende der Moers Kultur GmbH. Eine Dauerlösung für das Gelände rund um die Festivalhalle wird aber auch in diesem Jahr nicht zu erwarten sein – wegen des anstehenden Solimare-Neubaus. „Wir kämpfen hier um jeden Baum“, sagte Michalke dazu.

Widrigkeiten dieser Art scheinen das Stammpublikum nicht abzuschrecken – alle aufgelegten Early Bird-Tickets sind bereits verkauft. Was das Programm angeht, verspricht Michalke gewohnt hohe Qualität, sagte aber angesichts des gekürzten Budgets auch: „Es ist sehr eng in diesem Jahr, die massiven Kürzungen werden sich auswirken.“

Eintrittspreise bleiben stabil

336 000 Euro fließen in diesem Jahr noch aus dem Stadtsäckel in das Festivalbudget, angefangen hatte Michalke als künstlerischer Leiter vor zehn Jahren nach eigenem Bekunden „mit mehr als dem Doppelten“. Weniger Geld als bisher kommt wegen der ungünstigen Zinsentwicklung auch von der Kulturstiftung der Sparkasse. Dazu muss das Festival das Minus von rund 50 000 Euro aus dem letzten Jahr ausgleichen. Die im letzten Jahr erhöhten Eintrittspreise bleiben dennoch stabil.